Unbezahlbarer Anblick

Hochmut kommt vor dem Fall, in diesem Fall in Form eines geplatzten Reifens. Nein, nicht ich bin gegen diesen fiesen Bordstein in unserer Straße gefahren (zumindest nicht dieses Mal), sondern mein Freund. Und ja, ein wenig empfinde ich es schon als gerechte Strafe für den Herrn.

Während ich mich vorsichtig und – ich gebe zu – ziemlich langsam an den parkenden Autos und der Killer-Kante im Rückwärtsgang vorbei tastete, gab mein Freund Gas. Zu ängstlich sei ich doch, dürfte mich nicht von der Enge so beeindrucken lassen. Nur zur Erklärung, ich bin wenige Tage zuvor gegen die Kante gedonnert und habe mir ne Macke in meinen kleinen Flitzer gefahren. Übrigens erst meine zweite in mehr als 200 000 Kilometern. Natürlich ging mir das ans Herz, es ist immer noch mein erstes Auto, und das hege und pflege ich. Klar gehe ich die Sache langsamer an. Doch der Mann hinter dem Steuer wollte es mir zeigen und landete mit Schwung so doof an der Kante, dass es nur noch lautstark knallte. Für meine Reparatur reichte ein Lackstift, sein Wagen ist in der Werkstatt. Unbezahlbar war sein schuldbewusster Blick nach dem Crash.