Umweltschutz spart Firmen Geld

Gerbracht ist der Spezialist für Gußschilder. Hier führt Firmenchef Matthias Kampschulte die Teilnehmer des Ökoprofit-Workshops durch die Gießerei.
Gerbracht ist der Spezialist für Gußschilder. Hier führt Firmenchef Matthias Kampschulte die Teilnehmer des Ökoprofit-Workshops durch die Gießerei.
Foto: WP

Schwelm..  Ohne die Schilderfabrik Gerbracht würde die Welt sich zwar weiterdrehen, doch der Geisterjäger John Sinclair hätte seine Goldene Schallplatte nicht in der Art präsentiert bekommen, wie es denn im Jahr 2013 geschehen ist: die Trophäe war eingebettet in ein Arrangement mit zwei skelettierten Händen aus Aluminiumguss.

Energie und Abfall optimiert

„Wir sind sicherlich die einzige Gießerei, die jemals eine Goldene Schallplatte bekommen hat“, ließ Firmenchef Matthias Kampschulte beim Rundgang durch die Fertigung die Gäste des Ökoprofit-Workshops wissen. Bei der zweiten Staffel von Ökoprofit machen diesmal elf Unternehmen aus dem EN-Kreis mit, darunter neben Gerbracht auch die Schwelmer Sparkasse, die Firma Henning aus der Loher Straße und die Metallschleiferei Witt mit Sitz Saarstraße.

Seit 66 Jahren zählt Gerbracht zu den führenden Herstellern von Industrie-Gussschildern. Das zweite Standbein ist der Kreativbereich, zu dem eben auch das Schallplattenprojekt zählte. Von Gerbracht sind übrigens auch die Gedenktafeln, die den Städtepartnerschaftskreises Schwelm-Fourqueux an der Oehde schmücken. „Einfach kann jeder. Wenn’s kompliziert wird, sind wir meistens vorne“, sagt Kampschulte. Die Produkte aus Schwelm sind auf Maschinen zu Land, zu Wasser oder für die Luft zu finden. Wenn’s sein soll, sogar bis zu drei Meter groß.

Über die Teilnahme von Firmen an Ökoprofit freut sich nicht nur die Umwelt (wegen des schonenden Umgangs mit Ressourcen), sondern auch das Unternehmen selbst. Bei Gerbracht wurden die Bereiche Abfall und Energie optimiert. Die 1500 Euro, die in eine neue Beleuchtungstechnik investiert werden mussten, haben sich in spätestens drei Jahren amortisiert. Und durch die Reduzierung der Spitzenlasten beim Strom spart Gerbracht übers Jahr betrachtet einen weiteren vierstelligen Eurobetrag. „Mit relativ simplen Maßnahmen konnten wir die Energiekosten senken. Man muss sich nur die Zeit nehmen, sich mit den Zahlen auseinanderzusetzen“, sagt Matthias Kampschulte.

Nach der Firmenbesichtigung ging es für die Teilnehmer weiter in den Veranstaltungsraum der Stadtsparkasse. Was lässt sich in einer Sparkasse, einem Dienstleistungsbetrieb sparen? Vorstandsvorsitzender Lothar Feldmann ist um eine Antwort nicht verlegen: „Das Gebäude ist aus den 1970er Jahren.“ Klima, Heizung und Licht sind die angesagten Themen. Bewegungsmelder in Aufzug, Tiefgarage verhindern unnützes Brennen der Beleuchtung, auf dem Parkplatz sorgen LED-Straßenlaternen künftig für Helligkeit. „Das papierlose Büro wird es nicht geben, aber der Weg ist das Ziel“, sagt Lothar Feldmann. In der Motivation sieht auch Britta Worms (AVU) den Schlüssel zum Erfolg: „Man muss die Mitarbeiter mitnehmen. Nur wenn wirklich alle mitziehen, ist man erfolgreich.“