Türöffner für ein lebendiges Stadtarchiv

Was das Stadtarchiv betrifft – hier der Eingang auf der Rückseite von Haus Martfeld –, sind die Beteiligten guter Dinge, dass sich mit dem Projekt 2020 die Tür zu einer besseren Zukunft öffnet.
Was das Stadtarchiv betrifft – hier der Eingang auf der Rückseite von Haus Martfeld –, sind die Beteiligten guter Dinge, dass sich mit dem Projekt 2020 die Tür zu einer besseren Zukunft öffnet.
Foto: WP

Schwelm..  Schlussstrich unter einem Aufregerthema: Die 20 von Hobby-Historikern aus dem Bestand des Archivs entnommenen Ordner und Kartons voller Dokumente zur Schwelmer Stadtgeschichte sind in einer gemeinsamen Aktion von Verwaltung und Geschichtsfreunden und unter Beteiligung von Vertretern der Politik an die Stadt Schwelm zurückgeführt worden. Das teilte Bürgermeisterin Gabriele Grollmann jüngst im Hauptausschuss mit.

Die am Freitag vorvergangener Woche durchgeführte Aktion, an der neben dem früheren Archiv-Mitarbeiter Detlef Weinreich unter anderen Ralf Bosselmann (SPD), Matthias Kampschulte, Christiane Sartor und Rolf Steuernagel (jeweils CDU) als Vertreter der Fraktionen mithalfen, kann durchaus als Türöffner für einen gemeinsamen Weg hin zu einem lebendigen, allen Schwelmer Bürgerinnen und Bürgern offen stehenden Stadtarchiv gesehen werden.

Experten helfen bei Bewertung

Zu den Akten gelegt ist der Meinungsstreit darüber, ob die Geschichtsfreunde die Dokumente vor der Vernichtung bewahrt haben oder ob die Unterlagen in private Hand gelangten, obwohl ihre Aussortierung gar nicht vorgesehen war. Die Formel zur Gesichtswahrung aller Beteiligten lautet „Bedauern“. „Ich bin froh und glücklich, dass wir diesen Kompromiss gefunden haben“, erklärte Klaus-Peter Schmitz, der einen Teil des Archivfundes beherbergte, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Der Blick richtet sich nun nach vorne, und zwar gemeinschaftlich, wie Bürgermeisterin Gabriele Grollmann im Hauptausschuss erklärte. Alle zurückgeführten Dokumente, die in das Archiv-Depot im Realschulgebäude gebracht wurden, würden nun sorgfältig fotografiert, nummeriert und katalogisiert. Dies wird mit Hilfe von Experten des Landschaftsverbands geschehen, „die auch bewerten, wie damit umzugehen ist“, so Grollmann.

Was die Zukunft des Stadtarchivs betrifft, das im Haus Martfeld untergebracht ist und dessen Situation von allen Seiten als verbesserungswürdig gesehen wird, sind bereits erste Schritte erfolgt. Die Zuständigkeit fällt in den neu geschaffenen Fachbereich „Schule, Kultur und Sport“. Fragen zur künftigen Ausrichtung und Ausgestaltung der kommunalen Pflichtaufgabe sollen fortan im Rahmen des „Projekts 2020“ erörtert werden. Politisch federführend wird der Kulturaussschuss sein, erklärte Grollmann. Ausdrücklich erwünscht ist aber auch das Fachwissen der heimischen Hobby-Historiker beziehungsweise des kürzlich erst gegründeten Arbeitskreises Stadtarchiv, einem Zusammenschluss von aktiven Nutzern und stadthistorisch interessierten Bürgern. Sie sollen eng in den Prozess miteingebunden werden, wie sich das Stadtarchiv auch und gerade für die öffentliche Nutzung neu aufstellt. Mit Spannung erwartet wird in diesem Zusammenhang ein Vortrag von Dina Steckling vom Landschaftsverband am 1. Juni in der Sitzung des Kulturausschusses. Sie wird über Aufgaben und Möglichkeiten eines modernen Stadtarchivs referieren.

Archiv auf 1600 Quadratmetern

Ihre Vorstellungen über die Zukunft des Schwelmer Stadtarchivs hatte die Bürgermeisterin bereits Mitte Februar im Kulturausschuss zum Ausdruck gebracht. Als Standort wird demnach der 1600 Quadratmeter große Keller der Gustav-Heinemann-Schule in Betracht gezogen, wo nach dem Willen des Rats die neue zentralisierte Verwaltung hinkommen soll.

„Ich bin guter Dinge“, erklärte dazu Klaus Peter-Schmitz, dem eine gut katalogisierte Einrichtung mit Leseraum vorschwebt, die von allen Bürgerinnen und Bürgern problemlos genutzt werden kann. „Wenn wir einmal ein solch funktionierendes, lebendiges Stadtarchiv haben, dann ist das eine feine Geschichte.“ Man vertraue der Bürgermeisterin, dass sich mit ihr dieses Ziel nun gemeinschaftlich erreichen lasse.