Treffen auf Bürgerplatz soll wiederholt werden

Schwelm..  Über eine Spende von 250 Euro konnte sich jetzt die Wohnungslosenhilfe der Diakonie mit Leiterin Heike Orth freuen. Das Geld ist der Erlös eines privaten Glühweinverkaufs, initiiert von Jürgen Rahmer und Carsten Hagen.

Zunächst war es nur eine fixe Idee: Jürgen Rahmer erinnerte sich an einen Glühweinstand in einer mittleren Kreisstadt in Ostwestfalen, an dem am 24. Dezember vormittags alljährlich viele Menschen zusammentrafen. Wer vorbeieilte, wurde einfach mit reingezogen und zu einer Verschnaufpause eingeladen.

Anhänger und Pavillon dient als Stand

Eine Besonderheit bestand darin, dass sich viele ehemalige Bürger dort zu einem Wiedersehen trafen, die es über Weihnachten in ihre Heimatstadt zog. Anschließend ging man beschwingt von schönen Gesprächen und guten Wünschen – und vielleicht auch dem Glühwein - nach Hause. Ein guter Start in die besinnliche Zeit. Das stünde Schwelm auch gut zu Gesicht, meinte Carsten Hagen.

Und so war bald der Entschluss gefasst, eine solche Aktion einfach auch mal hier ins Leben zu rufen. Zunächst wurde eine Genehmigung von der Stadt benötigt, dann ein Stand, Kocher, Tassen und natürlich die Zutaten für den Glühwein. Als Stand diente ein Pkw-Anhänger, ein regenfester Pavillon, ein Bierzelttisch und zwei Stehtische. Unterstützung kam von Seiten einer Schwelmer Weinhandlung und Jürgen Ranft, der nicht nur Strom, sondern auch seine Gastronomie-Spülmaschine zur Benutzung freigab. Zu trinken gab es neben dem Glühwein noch Kakao mit Sahne als nicht-alkoholisches Getränk.

Und wie sollte es mit der Preisgestaltung aussehen? „Es ging uns um die Idee, nicht ums Verdienen“, sagt Jürgen Rahmer, „aber Glühwein zum Selbstkostenpreis ging aus verschiedenen Gründen nicht. Einerseits ist so etwas kaum zu kalkulieren, und man weiß immer erst hinterher, was es gekostet hat. Andererseits sollte Alkohol auch nicht zum Schleuderpreis ausgeschenkt werden.“ Also wurde beschlossen, einen möglichen Überschuss an die Schwelmer Diakonie für ihre Arbeit mit Wohnungslosen zu spenden.

Am 24. morgens dann startete die Geschichte – unter den schlimmst-denkbaren Bedingungen. Statt Sonne oder wenigstens Kälte und Schnee trieb ein unangenehmer Wind Sprühregen durch Schwelm. „Wir mussten uns gegenseitig mit kernigen Sprüchen motivieren, die Stimmung hatte was von Galgenhumor“, erinnert sich Carsten Hagen, „wir sahen unsere Gäste schon mitsamt dem Pavillon den fliegenden Robert machen.“

„Die Idee war klasse“

Am Ende fanden sich doch einige Wetterfeste ein, die das Ganze zu einem kleinen Erfolg werden ließen. Zusammen mit einer Einzelspende in Höhe von 50 Euro kamen über 200 Euro zusammen, die die beiden aufrundeten, um dann immerhin 250 Euro der Wohnungslosenhilfe überweisen zu können.

Und die Idee? „War klasse“, sagen Jürgen Rahmer und Carsten Hagen übereinstimmend und haben noch einen Tipp parat. „Wir haben Spaß gehabt und viel Zuspruch erhalten, verbunden mit der Bitte um eine Wiederholung. Sie können ja schon einmal den 24.12.2015 vormerken – ab 11 Uhr auf dem Schwelmer Bürgerplatz.“