Tommy Emmanuel erfüllt alle Erwartungen

Ein Meister an den Saiten: Tommy Emanuel
Ein Meister an den Saiten: Tommy Emanuel
Foto: Bastian Haumann

Ennepetal..  Er ist eine Legende – und er erfüllte mühelos alle nur erdenklichen Erwartungen, die seine Zuhörer an ihn haben konnten: Gitarrenvirtuose Tommy Emannuel spielte sie schier schwindelig. Dabei pendelte er zwischen zurückhaltenden Balladen, euphorische Boogie Woogie, Country, Folk, Blues und Jazz. All das reicherte er mit lateinamerikanische, spanischen und klassischen Elementen an und zauberte weit mehr Töne aus seiner Gitarre, als es mit zehn Fingern möglich sein sollte. Nicht umsonst wird der Australier zu den weltbesten Vertretern des Fingerstyle gezählt und wurde bisher zweimal für den Grammy nominiert.

Weltbester Gitarrist

Mit dieser Spieltechnik, die hauptsächlich auf akustischen Gitarren zum Einsatz kommt, entlockte Tommy Emmanuel am Dienstag im Haus Ennepetal seinem Instrument eine Klangvielfalt, die schier beeindruckend war. Ganz gleich, ob er nun Welthits wie „Over the Rainbow“ oder „House of the Rising Sun“ – hier mit Gesang – oder eine seine Eigenkompositionen spielte: Emmanuel suchte sich die Melodie, baute sie aus, umspielte sie, improvisierte – und fand dabei manches Mal kein Ende. Und wer da noch nicht aus dem Häuschen war – die ersten begeisterten Zwischenrufe ließen nicht lange auf sich warten – den beeindruckte der Gitarrist mit unfassbar schnell und dennoch sauber gespielten Passagen.

Sein „Guitar Boogie“ war dafür ein gutes Beispiel. Immer schneller ließ er sein Finger fliegen. Und schaffte es dennoch, mit seinem Publikum zu scherzen und Mätzchen auf der Bühne zu machen. Doch richtig mitreißen konnte der Gitarrist vor allem, wenn er seine Gitarre „Mouse“ umschnallte. Dass diese Gitarre schon einiges über sich ergehen lassen musste, war ihr selbst von der letzten Reihe aus anzusehen. Die Decke hatte ihren Glanz eingebüßt, an vielen Stellen war sie matt und mehr als abgegriffen. Denn Emmanuel kann nicht nur seine Finger über die Saiten fliegen lassen, er beherrscht auch meisterlich das perkussive Spiel.

Er nutzt dabei sein Instrument als Schlagzeug und seine Handflächen und Finger, um den Rhythmus nach vorne zu treiben. Tommy Emmanuel spielte auch Songs seines neuen Albums „It’s Never Too Late“, erzählte im Plauderton oft über die Entstehungsgeschichte seiner Songs oder über ihren Inhalt und stellte auch sein herausragendes Talent als Entertainer unter Beweis.

Einige Stühle im Haus Ennepetal blieben zwar unbesetzt – doch diejenigen, die zu dem von Leo Theater und 3Dog-Entertainment gemeinsam veranstalteten Konzert gekommen waren, wurde ein faszinierender Abend geboten.

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