Tiefenreinigung fördert Einmaliges zutage

Vor allem Korallen die hunderte Millionen Jahren alt sind, sind in der Höhle zu finden.
Vor allem Korallen die hunderte Millionen Jahren alt sind, sind in der Höhle zu finden.
Foto: WP

Ennepetal..  Ganz neue Einblicke in die Kluterthöhle werden ab dem kommenden Wochenende möglich sein. Und das liegt nicht nur an der neuen, effizienten und ökologisch besseren LED-Beleuchtung im Teilbereich der Höhle zwischen Irrgarten und Korallenstraße. Bei Säuberungs- und Renaturierungsarbeiten entdeckten die Mitarbeiter des Arbeitskreises Kluterthöhle einen „schier unglaublichen Fossilreichtum, der selbst von anerkannten Fachleuten als einmalig für ganz Europa gepriesen wird“, wie die Kluterthöhle und Freizeit GmbH & Co. KG und der Arbeitskreis Kluterthöhle gestern mitteilten.

Ruhr-Uni Bochum plant Studien

„Die Ruhr-Universität Bochum plant hier Studien zur Paläoökologie und Interpretationen der Paläo-Umwelt dieses wohl einzigartigen Ennepetaler Riffkörpers aus der Zeit des Oberen und Mittleren Devons.“ Das ist eine Periode des so genannten Paläozoikums, die etwa 400 Millionen Jahre zurückliegt.

Parallel zur Erneuerung der Beleuchtung waren alte Installationen, Abraum und Einbauten beseitigt und der Führungsweg verkleinert und naturnäher wieder hergerichtet worden. Im Zuge dieser Arbeiten seien auch etwa 30 Tonnen illegal abgelagerter Abraum beziehungsweise eingebrachtes Wegebaumaterial der 50er Jahre (Schlacken und Granulat) in schweißtreibender Arbeit geladen, abtransportiert und entsorgt worden, erklären die Verantwortlichen. Zudem sei die Verrohrung des Regenbaches auf fünf Metern Länge und die des Überlaufes im Irrgarten auf fast 15 Metern Länge beseitigt und somit der Urzustand weitestgehend wiederhergestellt worden. Darüber hinaus wurden die Wände vom Staub der Jahrhunderte gesäubert – und dabei der ungeahnte Fossilienreichtum zu Tage gefördert.

Die Arbeiten wurden von der Firma Cave Lightnings, der Kluterthöhle + Freizeit GmbH sowie der Firma Garten- und Landschaftsbau Voigt GmbH, deren Inhaber Stefan Voigt Vorsitzender des Arbeitskreises Kluterthöhle ist, durchgeführt.

„Ohne den ehrenamtlichen Einsatz des gemeinnützigen Arbeitskreises Kluterthöhle und einiger Höhlenführer, die hunderte von Arbeitsstunden in dieses Projekt gesteckt haben, wäre die Umsetzung weder finanziell noch personell durchführbar gewesen“, heißt es von Seiten der Kluterthöhle + Freizeit GmbH. Ennepetal als „Stadt der Kluterthöhle“ (übrigens die einzige Stadt in Deutschland mit einem Geotop als Namenszusatz) habe somit wieder einmal gezeigt, dass sie als höhlenreichste Gemeinde Deutschlands bereit sei, den Naturschutz und den Tourismus in enger Zusammenarbeit mit dem Ehrenamt weiter tatkräftig finanziell und ideell nach Kräften zu fördern.

Am kommenden Freitag, 6. März, wird die neue Beleuchtung in der Kluterthöhle offiziell in Betrieb genommen. Dann sollen auch weitere Details zu den Neuentdeckungen bekannt gegeben werden. Am Tag darauf wird der neu in Licht gesetzte Teilbereich der Höhle für die Öffentlichkeit frei gegeben.

INFO:

„Nach sechsjähriger Planung und Überzeugungsarbeit“, so die Verantwortlichen, „ist nun der erste Teilabschnitt der Kluterthöhle im neuen Konzept fertiggestellt.“

Ab dem kommenden Samstag, 7. März, wird der Führungsweg für die Öffentlichkeit freigegeben. An diesem Tag werden in der Kluterthöhle Normalführungen um 10, 11, 12, 13, 14 und 15 Uhr angeboten.

Weitere Informationen unter 02333/98800, per E-Mail an info@kluterthoehle.de oder unter www.kluterthoehle.de.