Tauchen ist wie Schweben im Wasser

Schwelm..  Bei der Präsentation seines Hobbys gerät so manch eine Wasserratte ins Schwärmen. „Tauchen ist wie Schweben im Wasser. Ein ganz tolles, schwereloses Gefühl“, kommentiert Stefan Sadowski, der vor kurzer Zeit das Tauchen erlernt hat und inzwischen an Fortgeschrittenen-Kursen teilnimmt. „Das ist für mich die pure Entspannung. Da kann man runterkommen und kann von keinem zugelabert werden“, findet auch Vereinskollege Rüdiger Weinhold. „Ein ganz tolles Hobby, das mein Leben verändert hat. Schade, dass ich das nicht schon 30 Jahre früher angefangen habe“, meint auch Klaus Benecke, der sich erst im fortgeschrittenen Alter an die Unterwasserwelt herangetraut hat.

160 Mitglieder im Verein

Sie alle haben beim Tauchsportclub Schwelm das Tauchen erlernt, wobei jeden Monat neue Tauchschwärmer hinzukommen. Der aktuelle Anfängerkurs wird von 20 Neulingen jeden Alters absolviert, die mittwochabends in zwölf Theorie- und sechs Praxisstunden für die Unterwasserwelt fit gemacht werden. Für nur 50 Euro geschieht die Ausbildung vereinsungebunden, der Verein stellt die Ausrüstung zur Verfügung und lockt sogar Einsteiger aus dem gesamten EN-Kreis, dem Bergischen und dem Ruhrgebiet nach Schwelm. Die Praxis findet ausschließlich im hiesigen Hallenbad statt, so dass man auch vom so genannten „Kachelschein“ spricht.

Hier erlernen die zukünftigen Taucher zunächst den Umgang mit Maske und Schnorchel, die richtigen Atemtechniken sowie das Schwimmen mit Flossen. Beim zweiten Termin geht es für die „Tauch-i-Dötzchen“ erstmals mit Gerätschaft ins Wasser, wo Umgang mit Luftflasche, Unterwasserorientierung und Verständigung geübt werden. Der erfolgreiche Abschluss berechtigt dann zum Tauchen in allen Gewässern der Welt. Nach dem bestandenen „Tauch-Führerschein“ kann die Kür folgen, die mehrere Weiterbildungskurse bis hin zum fertigen „Drei-Sterne-Taucher“ vorsieht. „Nach dem Basisgrundtauchen kann man sich in viele verschiedene Richtungen spezialisieren“, erklärt der stellvertretende Ausbildungsleiter Wolfgang Klein und nennt Flossenschwimmen, Orientierungstauchen, Apnoetauchen und Tauchyoga als mögliche Fortgeschrittenenfelder. Darüber hinaus würden sich einige Mitglieder der Unterwasser-Fotografie widmen, ergänzt Klein. Die weitaus meisten Einsteiger bleiben dem Verein treu.

Schließlich sind mit einer Mitgliedschaft neben Geselligkeit und Gemeinschaftsgefühl viele praktische Vorteile wie Gewässergenehmigungen, eine Tauchversicherung sowie kostenfreie Luftauffüllung verbunden. Der 1966 gegründete Verein legt großen Wert auf seine Ausbildungskapazitäten und hat zurzeit 14 Ausbildungsleiter in seinen Reihen. „Das ist bei vielen anderen Vereinen ein großes Manko. Wir sind da zum Glück sehr gut aufgestellt“, weiß TSC-Schriftführerin Anja Langner und blickt stolz auf eine große Jugendabteilung von zurzeit 21 Nachwuchstauchern. Mit insgesamt 160 Mitgliedern, darunter sogar Taucher aus Dortmund, sind die Schwelmer der größte Tauchsportverein im EN-Kreis. Während das Tauchen früher ein reiner Männersport gewesen sei, blicke man heute auf einen Frauenanteil von immerhin 31 Prozent, verdeutlicht Langner. Neben dem Ausbildungsengagement wird das Winterhalbjahr für die meisten Mitglieder ausschließlich zum Konditionstraining genutzt, so dass man sich jeden Mittwoch zum Flossenschwimmen und Streckentauchen im Hallenbad trifft. Die Ausnahme bilden die „Trockentaucher“, die dank eines Spezialanzugs auch ins kalte Nass steigen können.

Dabei ist auch der erfahrenste Profi niemals alleine unterwegs, so dass es sich stets um einen Gemeinschaftssport handelt. „Es gibt eine eigene Tauchsprache, wobei man die meisten inzwischen so gut kennt, dass man sich auch ohne großen Gesten versteht“, verrät Anja Langner.

Die Bever ist das Heimgewässer

Die Vorfreude auf die anstehende Tauchsaison ist schon jetzt groß. Von Mitte März bis Ende Oktober führt es die Hobbytaucher regelmäßig an den Fühlinger See, Hitdorfer See und Möhnesee. Zudem veranstaltet man Tauchreisen, in diesem Jahr nach Holland und ins thüringische Nordhausen. Heimgewässer des TSC ist die Bever, wo man in der Saison fast jede Woche zur Luftflasche greift. „Man kennt das Gewässer zwar sehr gut, doch wird es auch hier nie langweilig“, versichert Vereinsvorsitzende Ursula Bracklo, die selbst erst vor zehn Jahren ihre Liebe zum Tauchsport entdeckt hat und sich nach anfänglichen Tauchgängen im Mittelmeer zunächst nicht vorstellen konnte, dass auch die Bever reizvoll sein könnte. „Man kann an ganz tollen Gesteinsformationen vorbeischwimmen und trifft immer wieder auf beeindruckende Fischströme“, schwärmt Ursula Bracklo und ergänzt, dass das Gewässer je nach Bedingungen Sichtweiten von einem bis zu acht Metern bereithalte.