Tanz und Musik im Gleichklang

Schwelm..  Nur dreieinhalb Monate hatten die zwölf jungen Damen ab 14 Jahren aus Haan, Kerpen, Köln und Schwelm Zeit, ihr anspruchsvolles Tanz-Programm zu erarbeiten. Und die Choreographen Jeremy Green, Lisa Kirsch und Dasha Dergousova durften stolz sein auf die tolle Leistung ihrer Elevinnen. Bereits zum zweiten Mal gelang es Gabriele Weidner, Leiterin des Kulturbüros und der Musikschule, die Jugend Tanz Kompanie und die Schwelmer Musikschule zusammenzubringen.

Am klassischen Ballett orientiert

Zu Beethovens „Pathétique“ tanzen die jungen Damen in duftigen Tüllkleidern. Ruhig oder bewegt ist der Tanz und eng an der Musik orientiert. Er zeigt Bewegungs-Vokabular, das vorwiegend am klassischen Ballett orientiert ist und die Jugendlichen nicht überfordert.

Schöner Gegensatz dazu die Choreographie „Sehnsucht“ nach der suggestiv-monotonen Musik von Philip Glass. Eine ganze Geschichte erzählen die Tänzerinnen: Die Solistin hütet eine in vielen Farben aufleuchtende Kugel. In langen, weit schwingenden Röcken begibt sich das Ensemble ebenfalls auf die bewegte, erfolgreiche Suche: Gelungene optische Effekte bieten die in den Händen getragenen Leuchtkugeln auf der dunklen Bühne.

Choreographin Simona De Tullio von der italienischen Breathing Art Company steuert zwei Beiträge bei. Solo-Tänzerin Anna Armato zeigt in „Le Silence“ eindrucksvolle Körperbilder. Hugues Le Bars liefert die Musik zwischen Gesang und Sprache, unterlegt mit hämmerndem Herzschlag-Rhythmus. Mit geziertem Schreiten oder roboterähnlichem Gehen, mit kraftvollen Sprüngen oder intensiver Bodenarbeit definiert die Tänzerin die Musik.

Zwischen den Tanz-Beiträgen spielen Ensembles der Musikschule: Hochkonzentriert ist das Gitar-ren-Quartett junger Herren mit harmonischem Zusammenspiel in einem Pachelbel-Kanon zu erleben. „Spuckstengel“ nennt sich das Blockflöten-Ensemble selbstiro-nisch, bei dem Gabriele Weidner selbst zum Lead-Instrument greift und die fünf Flötistinnen die ganze Klangbreite der Blockflöten-Familie mit flotter barocker und moderner Musik zeigen.

Große Spielfreude vermittelt das Cello-Quartett junger Damen, denen das moderne Stück „Das Cello brennt länger“ von Joschi Schumann sichtlich Spaß macht. Die Pop-Musik vertritt Sängerin Bianca Rosa Klever, die für die erkrankte Katharina Weidner einsprang und zu professioneller Gitarren- und Cajon-Begleitung mit „Ironic“ von Alanis Morissette und „Back to Black“ von Amy Winehouse für Begeisterungsstürme beim Publikum in der vollbesetzten Aula der Realschule sorgt.

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