„Switchfoot“ rockt zwischen 66 Säulen

Ennepetal..  Im Industriemuseum kann auch kräftig gerockt werden. Das bewies die kalifornische Band „Switchfoot“, die im Rahmen ihrer aktuellen Tournee durch mehrere europäische Länder auch in Ennepetal Station machte. Der CVJM Rüggeberg veranstaltete das Gastspiel und nutzte damit auch die Gelegenheit, den Saal in der ersten Etage für künftige Konzerte zu testen.

Mit ihrem melodischen Alternative-Rock begeisterte die Band um die Brüder Foreman ihre Fans. Die Band, die mehrere Millionen Tonträger verkauft hat und 2011 einen Grammy gewann, erinnert phasenweise an Coldplay, manchmal auch an U2. Sänger Jon Foreman kommt dabei offensichtlich besonders bei den weiblichen Musikfans an. „Wir hatten einen sehr stark ausgeprägten Frauenanteil“, meinte Detlev Westermann schmunzelnd.

Besondere Zugabe vor dem Tourbus

Besonders in Erinnerung bleiben dürfte einigen Konzertbesuchern die Zeit nach dem Konzert. Nachdem die Band schon Extra-Zugaben gegeben hatte, warteten etwa 50 Fans noch am Nightliner der Musiker, der auf dem Gelände des Museums an der Neustraße geparkt hatte. Und tatsächlich kam Jon Foreman nach einer halben Stunde heraus und sang noch ein paar Songs zur akustischen Gitarre.

Auch ohne diesen besonderen Höhepunkt hatte die Besucher schon ihren Spaß an dem ungewöhnlichen Veranstaltungsort gehabt. „Die Atmosphäre ist von den Gästen durchweg gelobt worden“, meinte Mitorganisator Detlev Westermann vom CVJM Rüggeberg. In der Halle seien die Maschinen beleuchtet gewesen und hätten für die Konzertbesucher schon beim Reingehen ein besonderes Ambiente geschaffen. Auch der Klang sei gut gewesen, weil der „66-Säulen-Saal“ nicht sehr breit, dafür aber verhältnismäßig tief ist.

„Es gibt aber auch viele Details, die noch verbessert werden müssten“, erklärt Detlev Westermann. So mussten der gesamte Aufbau für das Konzert am Samstag mühsam über die Treppe in die erste Etage getragen werden, weil der Aufzug noch nicht funktioniert. „Wir haben am Mittwochabend angefangen. Das war echte Knochenarbeit“, so Westermann. Wie im Haus Ennepetal, wo der CVJM Rüggeberg seit 35 Jahren die Christmas Rock Night veranstaltet, sei auch im Industriemuseum eigentlich die Decke zu niedrig, „um dort eine hohe Bühne und gutes Licht reinzubekommen“, meint er.

Der Besuch mit etwa 220 Gästen sei gut für die „Testsituation“ gewesen, sagt Detlev Westermann. Bis zu 450 Besucher könnten derzeit in den Saal gelassen werden. Ob der CVJM Rüggeberg in Zukunft weitere Konzerte dort veranstalten wird, steht noch nicht fest. Der Saal sei aber auch von der Größe her sicher für Veranstaltungen wie Kabarettabende oder ähnliches gut geeignet, lautete Detlev Westermanns Fazit.