Suche nach Lösung für die Musikschule läuft

Das Klavier gehört zum Musikunterricht für Gesang und für Melodieninstrumente wie die Geige dazu.
Das Klavier gehört zum Musikunterricht für Gesang und für Melodieninstrumente wie die Geige dazu.
Foto: WP

Schwelm..  Bis Ende des ersten Quartals will die Stadtverwaltung alle Fakten auf dem Tisch liegen haben, die für die Suche nach neuen Räumen für VHS und Musikschule entscheidend sind, damit die Politik dann über die neuen Standorte entscheiden kann. Das teilte Bürgermeister Jochen Stobbe am Mittwoch im Kulturausschuss mit.

Hintergrund: Das städtische Gebäude Kaiserstraße 69, in dem VHS und Musikschule aktuell untergebracht sind, wird nach politischem Beschluss noch in diesem Jahr aufgegeben und soll veräußert werden. Verkaufserlös (735 000 Euro sind eingeplant) und jährliche Einsparungen bei den Betriebskosten (kalkuliert wird mit 38 000 Euro) fließen in die Konsolidierung des maroden städtischen Haushaltes. Für VHS und Musikschule bedeutet dies: Sie müssen die Kaiserstraße 69 bis spätestens zum letzten Quartal 2015 das Gebäude verlassen haben.

Stobbe zufolge sei das städtische Immobilienmanagement dabei, alle städtischen Gebäude auf ihre Tauglichkeit als Alternativstandort zu überprüfen. Es würden auch Gespräche mit privaten Immobilienbesitzern geführt. Die Stadtverwaltung prüfe vorbehaltlos, also auch nach der Möglichkeit einer dezentralen Unterbringung, wenngleich, wie der Bürgermeister ausführte, bei der Musikschule vieles für eine zentrale Lösung spreche. Dafür machte sich im Ausschuss auch die Leiterin des Kulturbüros, Gabriele Weidner, stark.

Während die Suche nach Raumalternativen für die VHS weniger problematisch erscheint – viele Kurse können auch in den Klassenräumen der Schulen stattfinden –, liegen die Anforderungen bei der Musikschule deutlich höher. An der Kaiserstraße stehen ihr neun Räume zur Verfügung (insgesamt 400 qm), die in der Woche komplett belegt sind. Zwei davon sind größer, was erforderlich ist, um Orchesterarbeit zu ermöglichen. Jeder Musikschulraum ist mit mindestens einem Klavier ausgestattet. Zur Erklärung: Gesang und Melodieninstrumente (bis auf Gitarre und Schlagzeug) werden klavierbegleitend erlernt.

„Wie soll das gehen?“

Wieweit es dann überhaupt möglich ist, den Musikunterricht mitsamt einem Klavier dann in einer Schule unterzubringen, ist unklar. Kulturbüro-Leiterin Gabriele Weidner jedenfalls kann es sich nicht vorstellen. „Dann müssten wir ja für den Schulbetrieb das Klavier in die Ecke des Klassenraums schieben und es am Nachmittag für den Musikschul-Unterricht wieder hervorziehen. Wie soll das gehen“, fragt sie sich.

Bürgermeister Jochen Stobbe sprach sich im Ausschuss gegen eine kurzfristige Übergangs-Lösung für die Musikschule aus, wie auch gegen ein zeitweiliges Runterfahren des Angebotes, um Zeit bis zu einer langfristigen Lösung zu überbrücken. „Wir wollen keinen Wanderzirkus.“ Das schrecke schlimmstenfalls Schüler ab, die dann nicht mehr neu zu gewinnen sind.

Jetzt beispielsweise in die Hauptschule auszuweichen, wie im Ausschuss nachgefragt wurde, berge das Risiko, dort bald wieder rauszumüssen. Der Schulstandort wird im Sommer 2016 aufgegeben und es wird erst noch geprüft, was mit dem Gebäude geschehen soll.

Gleiches gelte fürs Jugendzentrum als ein möglicher Musikschul-Standort. Auch hier komme die städtische Kinder- und Jugendarbeit gerade auf den Prüfstand. Somit ist völlig unklar, ob in dem Gebäude in Zukunft überhaupt Räume zur Verfügung stehen.

Denkbar sei nach wie vor eine Unterbringung der Musikschule im Erdgeschoss eines neuen Rathauses/Bürgerhauses, wie es im Ausschuss hieß. Doch bis es soweit sei, so Stobbe, würden mindestens drei, vier Jahre vergehen. „Bei diesem Zeitraum sprechen wir natürlich nicht mehr von einer Interims-Lösung“, sagte Stobbe.

Egal wie, der Wechsel zu einem neuen Standort für die Musikschule werde auf keinen Fall kostenneutral zu bewerkstelligen sein, erklärte der Bürgermeister. Allein der Umzug werde kosten und die Herrichtung der Räume mit Sicherheit auch.

Soll heißen: Bevor die Stadt die kalkulierte Ersparnis spürt, wird sie noch einmal in die Musikschule „reinbuttern“ müssen.

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