Suche nach der Kunstrasen-Lösung

Schwelm..  Die Planung von Uwe Hugendick, in Schwelm zwei Kunstrasenplätze auf dem Sportplatz an der Rennbahn zu bauen und die Roten Berge zur Leichtathletik-Anlage umzufirmieren, scheint auf Akzeptanz zu treffen. Dennoch herrscht bei den Vereinen Verwunderung bis Verärgerung über die offizielle Mitteilung von Jochen Stobbe. „Der Bürgermeister hat die große Chance, in beide Grundstücke publikumswirksam den Spaten zu drücken, da ist seine Aussage schwer nachvollziehbar“, sagt Michael Starke, Vorstandsmitglied des VfB Schwelm.

Runden Tisch zur Planung gründen

Zur Vorgeschichte: Nachdem Uwe Hugendick den Verantwortlichen des VfB Schwelm und der Spielvereinigung Linderhausen seine Pläne präsentiert hatte (wir berichteten und siehe Grafik), waren die Feuer und Flamme und baten die Verwaltung, diese zu prüfen. Der Bürgermeister reagierte mit gedämpfter Euphorie und antwortete via Pressemitteilung: „In den zurückliegenden sieben Jahren sind sowohl die Standorte ,Rennbahn’ und ,Rote Berge’ als auch ,Schwelm Loh’ u.a. geprüft worden. Diese Prüfungen haben zu der auch vom VfB mitgetragenen Erkenntnis geführt, dass sich der Standort ,An der Rennbahn’ nicht als geeignet für die damals in Rede stehende ,Ein-Kunstrasenplatz-Lösung’ darstellt. Die Stadtverwaltung bündelt dennoch alle Unterlagen (Begutachtungen, Prüfungen u.a.), die seit 2008 dies Thema behandeln.“

Michael Starke: „Der Plan von damals hat überhaupt nichts mit dem von heute zu tun. Wir sprechen ja aktuell auch über die Einbeziehung und Weiterführung der Roten Berge.“ Zudem betont Starke, dass es sich bei Uwe Hugendick „nicht um einen kleinen Jungen handelt, wie manchmal propagiert.“ Der 52-jährige Diplom-Elektrotechniker studiere aktuell noch Architektur, „und genießt unser volles Vertrauen“.

Um eine schnelle und konsensfähige Lösung in dieser seit 2006 andauernden Diskussion herbeizuführen schlägt er vor, einen Runden Tisch zu gründen, an dem regelmäßig Hugendick, Fachleute der Verwaltung sowie Abordnungen aus dem Stadtrat und den Vereinen Platz nehmen sollen, um vorrangig an der von Hugendick präsentierten Lösung zu arbeiten.

Zuspruch auch vom NABU

Die Vorteile sind für Starke klar: Gibt der VfB den Brunnen auf, wodurch der Neubau finanziert werden muss, hätten die Vereine umgehend an der Rennbahn etwas in der Hand. In Linderhausen stehe man vor einem Baugrundstück. Zudem seien die Erbrechtsstreitigkeiten aus Linderhausen hinfällig.

Auch der Standort Rote Berge für die Leichtathleten der TG Rote Erde und den Schulsport bringe ausschließlich Vorteile mit sich durch die zentrale Lage und die Nähe zur neuen Dreifeldhalle. „Handballer und Basketballer könnten den Platz zum Beispiel problemlos mitnutzen“, sagt Starke, der deutlich macht, dass die Zeit drängt: „Die Mannschaften verlieren die Lust, einige Spieler sind bereits abgewandert, wollen aber zurückkommen, wenn die Anlage fertig ist.“ Die Kunstrasenplanungen müssen seiner Auffassung nach in diesem Jahr so weit vorangetrieben werden, dass das Projekt 2016 realisiert werden kann. „Sonst ist der Kunstrasentraum in Schwelm ausgeträumt.“ Gleichzeitig zeigt er Verständnis für die Verantwortlichen aus Rat und Verwaltung: „Sie müssen sich quasi über Nacht mit einer völlig neuen Situation beschäftigen.“

Auf Zuspruch stoßen die Pläne für die Rennbahn und die Roten Berge auch beim NABU. „Diese Alternative sehen wir als ressourcenschonende, nachhaltige Entwicklungsplanung an. Sie stellt für uns einen wertvollen Beitrag zum Natur,- Arten- und Umweltschutz dar. Wir möchten den Bürgermeister sowie die entsprechenden Gremien in Verwaltung und Politik bitten, den Vorschlag zu prüfen, zu genehmigen und umzusetzen. Wir wünschen uns allerdings, dass durch die neue Diskussion, wie schon mal in Schwelm üblich, keine zeitlichen Verzögerungen entstehen und für den Breitensport die dringend benötigten Kunstrasenplätze bereitgestellt werden“, teil Günter Schürhoff, Ortsbeauftragter des NABU für Schwelm mit.