Stutenschau mit langer Tradition

Auf der Stutenschau auf „Gut Berge“ müssen die Fohlen zeigen, was sie in ihrem bisher kurzen Leben gelernt haben.
Auf der Stutenschau auf „Gut Berge“ müssen die Fohlen zeigen, was sie in ihrem bisher kurzen Leben gelernt haben.
Foto: Janice Holtz

Gevelsberg..  Eine hellbraune Stute wird mit ihrem hellbrauen Fohlen hereingeführt. Sie werden eine halbe Runde geführt, bis die beiden vor den Richtern stehen. Das Fohlen wird vom Führstrick abgelassen und die Stute im Trab zwei Runden durch die Bahn geführt. Dabei soll das Fohlen an der Seite seiner Mama bleiben und zeigen, was es gelernt hat. Bei der Stuten- und Fohlenschau auf „Gute Berge“ sind rund 70 Pferde an den Augen des Zuchtrichters vorbeigeführt worden.

Hilfestellung für die Züchter

Zuerst die Kleinpferde und danach die Warmblüter unterteilt in springbetonte und dressurbetonte Fohlen. „Bei den Schauen geben wir den Züchtern eine Einschätzung ihres Fohlen im direkten Vergleich zur ganzen Population“, sagt der Zuchtleiter des westfälischen Pferdestammbuchs Wilken Treu, der in zehn Wochen auf Schauen in ganz Westfalen die Fohlen einschätzt und bewertet: „Wir geben den Leuten eine Hilfestellung, ob sie mit ihrem Zuchtprodukt richtig liegen, oder ob sie beim nächsten Mal etwas ändern müssen.“

Dabei achten die Richter auf den Typ des Pferdes, den Körperbau und die Bewegung. „Für die Züchter hat die Schau eine Schaufensterfunktion, denn sie erfahren von einem unabhängigen, erfahrenen Zuchtleiter, ob sie sich mit ihrer Züchtung auf dem richtigen Weg befinden“, meint Treu.

In einem Durchgang befinden sich immer acht bis zehn Fohlen. Jedes Pferd bekommt in sechs Kategorien eine Note, die bestimmt, in welche Zuchtklasse es eingeteilt wird. Diese Noten entscheiden, wer bei der Stuten- und Fohlenschauder Sieger und wer Zweiter ist. Die beiden Gewinner jedes Durchganges laufen noch einmal im Endring der Warmblutfohlen.

In der Reithalle steht ein großer Wagen, vor dem die Fohlen einen Chip und ein Brandzeichen bekommen können. „Alle Fohlen müssen gechipt werden, weil sie damit ihre Identifikationsnummer bekommen. Das Brandzeichen ist freiwillig“, erklärt Dietmar Reher von der Stutbuchabteilung. Er weiß, dass trotzdem 95 Prozent der Fohlen ein Brandzeichen bekommen: „Das ist Tradition und wird bei vielen so weitergeführt.“

53 Fohlen sind nach der Warmblutschau bei ihm zum Brennen angemeldet worden. Bei den Kleinpferden haben nur ein paar wenige das Brandzeichen gewählt.

„Die Veranstaltung auf Gute Berge ist eine der ältesten Stutenschauen in Westfalen und mittlerweile zur Tradition geworden“, sagt der Hausherr Hans-Joachim Wehberg. Doch er sagt, dass ohne den Deckstellenleiter des Landgestüts Nordrhein-Westfalen Friedhelm Ophaus die Schau nicht in dem Rahmen hätte stattfinden können. „Ophaus kümmert sich um die ganze Organisation, sucht nach neuen Fohlen und managt die Anmeldung und Akkreditierung“, erklärt Wehberg.

Auch für die Verpflegung wird gesorgt. Seit vielen Jahren bewirtet die evangelische Kirchengemeinde die Stuten- und Fohlenschau mit Würstchen, Getränken und Kuchen.