Stunde der Wintervögel

Ennepe-Ruhr..  Die Weihnachtszeit ist vorüber, viele von Ihnen haben sicherlich noch ein paar Tage wohlverdienten Urlaubs vor sich. Für die, die nicht arbeiten müssen, heißt das vielleicht endlich einmal Zeit, um sich auszuruhen, Zeit, um neue Kraft zu schöpfen. Auch die Natur scheint bei uns im Januar zu ruhen, Atem zu holen für den Neubeginn im Frühling.

Der Januar ist in unseren Breiten meist der kälteste Monat. Oft hat uns der Frost fest im Griff. Doch auch dann gibt es viel zu entdecken. Von Raureif oder Schnee überzogene Bäume und Sträucher verwandeln sich zu bizarren Skulpturen der Natur, an unseren Bächen finden sich mitunter sogar richtige Eisskulpturen. Aber auch wenn sich die Natur sozusagen zurückgezogen hat, ein paar gibt es immer, die nicht nur ausharren, sondern überaus aktiv sind. Am besten ist das zu erkennen, wenn uns der Januar Schnee beschert. Dann beginnt das Rätselraten um die Tierspuren im Schnee! Katze oder Hund? Oder gar ein Fuchs? Reh oder Wildschwein? Für das ungeübte Auge ist das manchmal gar nicht so leicht zu unterscheiden. Man muss mit etwas detektivischen Spürsinns schon auf die Details achten, wie etwa, ob Krallen in den Spuren sichtbar sind oder nicht.

Eine übersichtliche, für Kinder gemachte Hilfe zur Bestimmung von Tierspuren finden Sie unter GEOlino.de-Spurenübersicht (http://www.geo.de/GEOlino/). Diese kann man sich auf ein einzelnes Blatt ausdrucken und hat sie dann griffbereit, um die Fährten der Tiere zu identifizieren. Natürlich lassen sich Tierspuren auch auf einem anderen Untergrund, zum Beispiel auf feuchten, schlammigen Boden finden. Aber nirgends sind sie so auffällig, wie auf einer frischen Schneedecke.

An etwas wärmeren und sonnigen Januartagen lassen sich in den jetzt kahlen Laubbäumen unsere „Baumbewohner“, wie Eichhörnchen und verschiedene Vogelartengut beobachten. Vom 9. bis 11. Januar rufen übrigens NABU und LBV (Landesbund für Vogelschutz) wieder auf zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“. Jeder kann mitmachen, der eine Stunde lang zum Beispiel in einem Garten, Park, Innenhof oder auf dem Balkon Vögel zählen mag. Dazu muss man kein Spezialist sein. Man muss auch nicht unbedingt im Kalten ausharren, man kann auch vom Fenster aus zählen.

Eisvogel bei der Jagd

Ihre Ergebnisse sollten Sie dann bis zum 19. Januar 2015 online, per Telefon oder per Post dem NABU zukommen lassen. Mit dieser Aktion tragen die Naturschutzverbände Informationen über die Verbreitung und Häufigkeit unserer bekanntesten Vogelarten zusammen. Dadurch können sich die Verbände gezielter für den Schutz der Vögel einsetzen, etwa wenn zuvor häufige Arten plötzlich seltener werden. Mehr Information zu dieser Aktion wie auch eine genaue Anleitung und Hilfen für die Erfassung der Vögel gibt es unter http://www.nabu.de Stichwort „Stunde der Wintervögel“.

Auch Gewässer, die im Winter nicht so schnell zufrieren, eignen sich gut, um Vögel zu beobachten. An klaren Gewässern im EN-Kreis kann man gar nicht so selten den türkis-schillernden Eisvogel bei der Jagd nach kleinen Fischen beobachten. Dieser schillernde Geselle bildet übrigens das Logo der Biologischen Station im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Ich wünsche Ihnen schöne Wintertage. Ihre Britta Kunz