Streit um zwei Bayern-Trikots landet vor dem Strafgericht

Ennepetal..  Schuld seien einfach seine beiden FC-Bayern-Trikots, die seine Ex-Frau nach der Trennung einfach nicht herausrücken wollte. Daher sei es zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen, so sagte es zumindest ein 33-jähriger ehemaliger Ennepetaler vor dem Schwelmer Strafgericht. Doch die ursprüngliche Anklage wegen Bedrohung und versuchter Nötigung gegen ihn hörte sich weitaus dramatischer an. Er habe der 27-Jährigen gedroht, sie, ihren neuen Freund und dann sich selbst umzubringen. Um dies zu bestätigen, habe er ein Messer gezückt

Tatort am 18. November 2013: eine Ennepetaler Bäckerei, in der die Ex-Frau als Fachverkäuferin arbeitet. Ihr damals noch nicht geschiedener Mann lauerte ihr an der Hintertür auf, um sie zur Rede zu stellen. Sie flüchtete in die Backstube. An jenem Vormittag gab es daraufhin mehrere Polizeieinsätze und Platzverweise gegen den 33-Jährigen. Das gab er vor Gericht auch zu. Aber niemals habe er gedroht, oder gar eine Waffe bei sich gehabt. Ihm sei es nur um seine Bayern-Trikots gegangen.

Die mutmaßlich geschädigte Ex-Frau, mit der der Beschuldigte zwei gemeinsame Kinder hat, die bei einer Pflegefamilie leben, hinterließ im Zeugenstand einen unglaubwürdigen Eindruck.

Verfahren eingestellt

Bedrohungen bestätigte sie, aber das Vorzeigen eines Messers? „Daran kann ich mich nicht erinnern. Er hatte irgendwas in der Tasche“, sagte sie aus.

Strafrichter Tobias Ozimek legte ihr ihre unterschriebene polizeiliche Vernehmung vor, wo sie eindeutig von einen gezückten Messer sprach. Sie könne sich nicht erinnern, hieß es nun vor Gericht.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren gegen den 33-Jährigen vom Gericht daraufhin eingestellt.