Streik: Gevelsberg muss Kita schließen

Ennepe-Ruhr..  Ennepetal kommt, aus Sicht von Stadtverwaltung, Eltern und Kindern, beim Streik der Kindertagesstätten in der nächsten Woche wohl mit einem blauen Auge davon. In Gevelsberg ist die Lage dramatischer: Gestern gab Verdi-Gewerkschaftssekretärin Ina Hecht die ab Montag im EN-Südkreis bestreikten Einrichtungen bekannt. Die Stimmung fällt in den Kommunen gemischt aus.

Entwarnung gab es aus dem Ennepetaler Rathaus von Pressesprecher Hans-Günther Adrian. Lediglich drei Erzieherinnen seien in der Klutertstadt in den städtischen Einrichtungen in Ennepetal und Breckerfeld Gewerkschaftsmitglieder, zwei davon befänden sich ohnehin im Urlaub. „Derzeit können wir alles sehr entspannt sehen“, bewertet er deshalb die Lage. Allerdings könne man natürlich nie ausschließen, dass sich weitere Kolleginnen in den nächsten Tagen ebenfalls entschließen würden, der Verdi oder Komba beizutreten.

In Schwelm werden von Montag bis Mittwoch zwei der drei städtischen Einrichtungen bestreikt – und zwar die Kindertagesstätten Mühlenweg und Kinderhort. Die Kindertagesstätte Stadtmitte bleibt dagegen geöffnet. „Sie fungiert zugleich als Notfallkita für eine begrenzte Zahl von Kindern aus den anderen beiden Einrichtungen“, so Heike Rudolph, Pressesprecherin der Stadt.

Michael Pfleging, Fachbereichsleiter Bildung, Jugend und Soziales der Stadt Gevelsberg, bereitet der Kita-Streik deutlich mehr Sorge.

Keine Ausweichmöglichkeiten

Die einzige städtische Einrichtung Habichtstraße wird ab Montag auf unbestimmte Zeit komplett bestreikt und müsse so geschlossen bleiben. Ungünstigerweise käme in Gevelsberg noch hinzu, dass die Belegungsquote in den Einrichtungen anderer Träger sehr hoch sei. So beständen auch dort in der Not keine Ausweichmöglichkeiten.

„Aber die Eltern sind sehr kreativ. Sie sind bereits teils selbst aktiv geworden und tauschen sich untereinander aus, wer Kinder mitbetreuen kann.“ Denen, die noch keine Lösung gefunden haben, gibt er den Rat, bei den ortsansässigen Tagesmüttern nach freien Betreuungsplätzen zu fragen.

Zeiten der Krise sind zuweilen auch Zeiten der Kreativität. Dies zeigt ein Beispiel aus Wuppertal. Hier hat eine heimische Firma nun ein Portal im Netz freigeschaltet, auf dem Eltern im Streik nach Betreuungsplätzen suchen, Anbieter aber auch ihre Angebote einstellen können. Unter Mitwirkung von Radio Ennepe-Ruhr wurde das Portal gestern auch auf die Städte des Ennepe-Ruhr-Kreises ausgeweitet. Es findet sich unter www. kita-ausfall.de.