Strategische Nachwuchsarbeit sichert Zukunft

Joachim Range (Mitte) hat am Brunnen gut lachen. Der aktive Nachbar konnte in diesem Jahr seinen Vorstand mit Christina Adamidis (links) und Katharina Hoppe (rechts) deutlich verjüngen.
Joachim Range (Mitte) hat am Brunnen gut lachen. Der aktive Nachbar konnte in diesem Jahr seinen Vorstand mit Christina Adamidis (links) und Katharina Hoppe (rechts) deutlich verjüngen.
Foto: Andreas Reinshagen

Schwelm..  Christina Adamidis ist in diesen Tagen schwer beschäftigt. Die 21-jährige Schwelmerin ist seit Januar nämlich neue Obernachbarin der Brunner. Vor ein paar Tagen lief das jährliche Parkfest, eines der großen Veranstaltungen der ehrenamtlichen Aktiven in der Nachbarschaft am Brunnen. Die Veranstaltung hat aber noch einen zweiten wichtigen Stellenwert, denn sie ist zusätzlich eine der Haupteinnahmequellen für den Heimatfestzug.

Schon mit elf Jahren dabei

Das Programm, das die „Nohbern“ auf die Beine gestellt haben, kann sich sehen lassen. Vor allem für die kleinen Besucher hatte die junge Aktive einiges auf die Beine gestellt. Wochenlange Vorbereitungen in der Freizeit nach der Arbeit und an vielen Wochenenden liegen hinter der Aktiven. Doch für die neue Vorsitzende der Brunner ist die Arbeit in der Nachbarschaft keineswegs Neuland. Mit elf Jahren war sie das erste Mal durch Bekannte zum Wagenbau und der damit verbundenen Teilnahme am Heimatfestzug gekommen. Bis heute fasziniert Adamidis dieses jährliche Ereignis und lässt sie seitdem nicht mehr los. „Das wochenlange Bauen am Themenwagen macht unheimlichen Spaß, erfordert aber auch Ausdauer“, sagt die junge Aktive.

Eigentlich verbindet man die Nachbarschaft am Brunnen mit dem Gesicht von Joachim Range. Der langjährige Vorsitzende hat mehr als fünfzehn Jahre das Amt des Obernachbarn bekleidet. Doch enorme Nachwuchssorgen plagten Range in dieser Zeit. Ein Mitgliederrückgang um etwa 40 Prozent in den letzten Jahren folgte. Ein Konzept für jungen Nachwuchs in Kreisen der Nachbarschaft musste her. „Die Entscheidung war aus heutiger Sicht der beste Weg für eine Zukunft der Brunner“, bilanziert der bekannte Nachbar. Vor über zwei Jahren hatte der Brunner auch die anderen Vorstandsmitglieder auf diesen „wichtigen Schritt“ vorbereitet. Holte die Nachwuchsnachbarin Adamidis als Stellvertreterin in den Vorstand.

„Ich wollte damit die Mitglieder auf den Wechsel vorbereiten und damit die junge Nachbarin aufbauen“, sagt der 51-Jährige, der damit auch kein Problem, hat in die zweite Reihe zu treten. Auch die Mitglieder stimmten einstimmig für Ranges innovativen Vorschlag für einen jungen Vorstand. Die anderen Nachbarschaften müssen sich allerdings wohl noch an das neue Bild am Brunnen gewöhnen, denn „häufig werde ich noch als Obernachbar angesprochen.“ Kein Wunder, denn insgesamt ist Joachim Range bereits 37 Jahre in der Nachbarschaft aktiv, weiterhin wird er als 2. Kassierer der Nachbarschaft die Treue halten.

Morgens die Erste - abends die Letzte

Was das Amt der Obernachbarin mit sich bringt, weiß die neue Obernachbarin Adamidis nur zu gut. Seit ihrer Jugend ist sie als Landessprecherin beim Westfälischen Schützenbund aktiv. Eine Mammut-Aufgabe im Ehrenamt, denn mehr als 1.000 Vereine sind im Schützenbund organisiert. Hier absolvierte die junge Frau auch ein Freiwilliges Soziales Jahr, bekam Einblicke in den Bereich der Mitgliederentwicklung und weiß daher um die Verantwortung ihres neuen Amtes. „Morgens bin ich die Erste, abends meistens die Letzte, die geht und abschließt“, sagt die junge Obernachbarin.

Nachwuchs gewinnen

Für Nachwuchs hat die junge Frau ebenfalls schon gesorgt. Ihre Freundin Katharina Hoppe teilt seit letztem Jahr ebenfalls die Faszination in der Nachbarschaft. „Die Gemeinschaft, die hinter der Nachbarschaft steckt und das Vereinsleben gefallen mir“, sagt die 21-jährige Hoppe, die ebenfalls im Januar als Schriftführerin in den Vorstand einzog. Nach dem dritten Platz im Wagenbau beim Heimatfest 2014 mit dem Motto „Mary Poppins“ steht auch schon das Motto für dieses Jahr. „Wir möchten die Spannung halten und nicht zuviel verraten, aber es wird lustig und laut“, enthüllen die beiden kreativen Frauen.