Straßenverkehr steht auch wegen B7-Sperrung vor dem Kollaps

Eine große Geduld verlangt die aktuelle Verkehrssituation von den Autofahrern, die von Gevelsberg in Richtung Ennepetal wollen. Zu den Stoßzeiten sind alle Umleitungen und Schleichwege dicht.
Eine große Geduld verlangt die aktuelle Verkehrssituation von den Autofahrern, die von Gevelsberg in Richtung Ennepetal wollen. Zu den Stoßzeiten sind alle Umleitungen und Schleichwege dicht.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Wer sich aktuell zwischen Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal auf den Straßen bewegt, muss vor allem zwei Dinge mitbringen: Zeit und unendliche Geduld.

Ennepetal/Gevelsberg/Schwelm.. Sorgt die Sperrung der Bundesstraße 7, die ja nun offiziell L700 heißt, zwischen der Mauerstraße in Gevelsberg und dem ABC-Parkplatz in Ennepetal schon für Behinderungen, tun Eis und Schnee ihr Übriges, damit sich vor allem im Berufsverkehr die Räder kaum noch drehen.

Viele verlassen die Autobahn

So vetrackt ist die Situation: Durch die Sperrung werden die Verkehrsteilnehmer an der Mauerstraße umgeleitet und sollen durch den Gevelsberger Engelbert-Tunnel und die Rosendahler Straße über Schwelm geführt werden. In der Theorie. Wer sich halbwegs auskennt, will über die vermeintlich schnellere Umleitung Milsper Straße abkürzen und über den Bahnhofsberg nach Ennepetal rollen.

Die Masse an Fahrzeugen kann die Milsper Straße allerdings kaum aufnehmen. Stau, Stau, Stau. Anwohner der Milsper Straße berichten, dass sie zu Stoßzeiten von der Ampel am Tunnel bis zu ihrer Wohnung mehr als eine Stunde benötigen.

Wetter verschärft Verkehrssituation

Besonders auffällig: Obwohl für den Lkw-Verkehr gesperrt, wählen auch etliche Brummifahrer diese Strecke. Doch auch diejenigen, die die Milsper Straße meiden, gucken andernorts in die Röhre. Der Weg durch den Tunnel über den Strückerberg und die Hembecker Talstraße zurück auf die Ex-B7 war am Montag ebenso dicht. Auch wer ganz außenherum fuhr, stand im Stau, als er über die Hattinger Straße zurück auf die Hauptverkehrsader wollte.

Stau Verschärft wurde die Situation ganz erheblich durch das Wetter. Denn dadurch, dass auf der Autobahn 1 ebenfalls ein immenser Stau herrschte, wollten viele auswärtige Autofahrer diesem über die parallel verlaufende B7 umgehen. Das ohnehin überlastete Umleitungs- und Schleichwegenetz stand kurz vor dem Kollaps.

Schüler kommen zu spät zum Unterricht

Die Folge: Schüler saßen in den Bussen im Stau, kamen zu spät zum Unterricht, zahlreiche Arbeitnehmer kamen nicht pünktlich in die Firma. Eine Situation, die sich gewiss mit besserem Wetter etwas entschärfen wird, aber vom Prinzip her noch für Monate Bestand hat.

Das ärgert auch die Unternehmen, die in der Sperrung ansässig sind. Der Gevelsberger Erlebnispark beispielsweise gibt auf seiner Internetseite als Umleitung die Route über die Milsper Straße an. Geschäftsführerin Isil Demirhan blickt sorgenvoll auf die kommenden Monate. „Wer von außerhalb kommt, wird uns wohl während dieser Zeit kein zweites Mal besuchen“, sagt sie. Zum Glück kämen die meisten Kunden an den Wochenenden, da seien die Staus nicht ganz so schlimm.

Sperrung aus der Zeitung erfahren

Am meisten ärgert sie allerdings eine andere Geschichte: „Niemand hat uns die Sperrung angekündigt. Wir haben selbst aus der Zeitung davon erfahren.“