Strafanzeige wegen Unterschlagung gestellt

Seitdem der neue Vorstand im Amt ist, gibt es Ärger beim Loh (von links): Obernachbarin Margarete Frielingsdorf, Geschäftsführer Axel Hellmann, stellv. Obernachbarin Susanne Orfei und Schriftführer Dieter Kippscholl.
Seitdem der neue Vorstand im Amt ist, gibt es Ärger beim Loh (von links): Obernachbarin Margarete Frielingsdorf, Geschäftsführer Axel Hellmann, stellv. Obernachbarin Susanne Orfei und Schriftführer Dieter Kippscholl.
Foto: WP

Schwelm..  Der Streit innerhalb der Nachbarschaft Heimatfreunde Loh eskaliert. „Wir haben am 14. Januar bei der Polizei gegen Reiner Riess Strafanzeige wegen des Verdachts auf Unterschlagung gestellt“, sagte jetzt Geschäftsführer Axel Hellmann auf Nachfrage dieser Zeitung. Es geht um Vereinsunterlagen, die laut Hellmann seit sieben Monaten vom ehemaligen Geschäftsführer Riess ungerechtfertigter Weise zurückgehalten würden.

Doch das ist noch nicht alles: Gegen Reiner Riess und die beiden ehemaligen Vorsitzenden Hans-Jürgen Zeilert und Uwe Korngiebel soll auf der Jahreshauptversammlung des Vereins am kommenden Samstag, 24. Januar, ein Vereinsausschlussverfahren gemäß § 5 der Satzung angestrebt werden. Die Einladung zur Mitgliederversammlung, die um 19 Uhr im Vereinsheim an der Rheinischen Straße in Schwelm nichtöffentlich stattfindet, ist den 84 Nachbarn mit Datum vom 5. Januar 2015 mit der entsprechender Tagesordnung zugestellt worden.

Damit ist der Gesprächsfaden zwischen den drei Altmitgliedern, die es auf insgesamt 125 Mitgliedsjahre im Verein bringen, und dem im Juli neu gewählten Vorstandsteam um Obernachbarin Margarete Frielingsdorf endgültig zerrissen.

Versprechen erneuert

Wir erinnern uns: Durch den plötzlichen Tod des Obernachbarn H. Walter Boecker mussten die Heimatfreunde Loh einen neuen Vorstand wählen. In diesem Zuge gab es eine Verjüngung der Vorstandsmannschaft. Geschäftsführer Axel Hellmann, die stellvertretende Obernachbarin Susanne Orfei und Schriftführer Dieter Kippscholl – alle wenige Monate Mitglied im Verein – rückten ins Vorstandsteam auf. Seitdem beschuldigten sich Neue und Alte gegenseitig, gegen die Interessen der Heimatfreunde Loh zu handeln. Es geht um Verfahrensfragen in Zusammenhang mit der Mitgliederversammlung, Auslegung der Vereinssatzung und um finanzielle Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Abrechnung des Umbaus des Vereinsheims (wir berichteten).

In unserer Berichterstattung vom 12. August 2014 hatten Geschäftsführer Axel Hellmann und Obernachbarin Margarete Frielingsdorf völlige Transparenz versprochen und eine externe Kassenprüfung durch einen Steuerberater angekündigt. Der entsprechende Prüfbericht sollte öffentlich gemacht werden.

Inzwischen sind fünf Monate ins Land gestrichen, doch passiert ist bis auf den heutigen Tag – nichts. Die Schuld für die Untätigkeit sehen die Kontrahenten jeweils bei der Gegenseite. „Sobald wir die von Herrn Riess zurückgehaltenen Unterlagen haben, werden wir alles ab 2013 bis dato von einem Steuerberater prüfen lassen“, erneuert Axel Hellmann sein vor Monaten schon einmal gegebenes Versprechen.

Das sehen Reiner Riess und seine beiden Weggefährten natürlich anders. Dort herrschen Verbitterung und Enttäuschung vor. Doch zu einer Stellungnahme zu den Vorwürfen waren alle Drei unter Hinweis auf das schwebende Verfahren bei der Staatsanwaltschaft nicht bereit.

Brief der Obernachbarin

Die Jahreshauptversammlung der Loher Nachbarn am morgigen Samstag verspricht jedenfalls für die Mitglieder spannend zu werden. Zwar haben die drei abtrünnigen Vereinsmitglieder Hausverbot bekommen, jedoch für die Mitgliederversammlung ist dies aufgehoben worden. Ihr Erscheinen ist allerdings ungewiss. In einem weiteren Schreiben an die Mitglieder hat Obernachbarin Margarete Frielingsdorf unter Punkt 8 der Tagesordnung eine Stellungnahme des Geschäftsführers angekündigt. Für die Obernachbarin scheint die Schuldfrage und die Frage, wer mit seinen Anschuldigungen Recht hat und wer nicht, bereits vor Aufnahme der Buchprüfung beantwortet zu sein. In ihrem Schreiben an das „Sehr geehrte Mitglied“ ist zu lesen: „Alle drei Personen haben dem Verein in der Öffentlichkeit schweren Schaden zugefügt und mit teils subversiven haltlosen Anschuldigungen das Ansehen des Vereins schwer geschädigt. Die örtliche Presse berichtete dazu mit einem großformatigen Bericht. Eine kleine Anzahl charakterloser Mitglider hat den Verein bereits verlassen und somit die logische Konsequenz ihres verachtenswerten Treibens gezogen.“