Sternsinger bringen Glück in die Häuser

Ennepetal..  „Im Namen des Vaters sind wir hier“, sangen die Sternsinger der katholischen Gemeinde St. Johann Baptist, um als Heilige Drei Könige mit Kreide „20*C+M+B+15 – Christus segne dieses Haus“ an Haustüren und Türpfosten zu schreiben und damit den Segen in Häuser und Wohnungen zu bringen.

Wünsche der Kinder berücksichtigt

Viele kleine Füße starteten nach der Aussendungsfeier, die Diakon Michael Nieder gestaltet hatte, ab der Kirche St. Johann Baptist zunächst in die Milsper Straße. Simon, Cheyenne und Sefara hatten sich prächtige Gewänder übergeworfen und funkelnde Hüte aufgesetzt, waren als Sternträger, Kaspar, Melchior und Balthasar unterwegs, wobei Sefara zusätzlich als Sternträger fungierte.

Die Kostüme seien in Eigenarbeit entstanden, aus Reststoffen von Übergardinen und Samtvorhängen, sagte „Obersternsinger“ Eva-Maria Gras, die die Aktion organisiert hatte. Geschneidert wurden die Kostüme von Johanna Deutsch, Johanna Kiefel und Elisabeth Menge. Auch die Hüte wurden größtenteils selbst entworfen und gestaltet. „Wir gehen auf die Wünsche der Kinder ein, sie sollen sich in der Kleidung wohl fühlen, wenn sie sich auf den Weg machen, um den Segen in die Häuser zu bringen“, sagte Johanna Deutsch.

Kurz nach Mittag am Samstag standen 32 junge Sternsinger der St. Johann Baptist-Gemeinde, aber auch 35 Mädchen und Jungen der Herz-Jesu-Gemeine mit Organisatorin Gaby Wasiak in den Startlöchern. Es hieß: Regen- und windfest einpacken. So wurden die Mädchen und Jungen in Plastikfolie regelrecht „eingewickelt“. Die Tour durch die Milsper Straße begleitete Gemeindemitglied Julia Albrecht, die selbst in früheren Jahren als Sternsinger unterwegs war.

Die Sternsinger wurden freudig von den Bürgern erwartet, so beispielsweise von Margret Michaelis, die an der Milsper Straße 25 wohnt. Sie hieß die Sternsinger herzlich willkommen und ließ natürlich etwas „springen“. „Jedes Jahr warten wir schon sehnsüchtig auf die Sternsinger“, meinte die Familie Kurzatkowski und füllte die Keksdose, die Simon zur Sammelbüchse umfunktioniert hatte, mit Barem. Aber es gab neben Geld auch Naschwerk, ebenso wie bei Margot Lipker, die eine Etage höher wohnt und extra Kerzen angezündet hatte. „Die Kinder bringen Glück in unser Haus“, freute sich die Seniorin über den Besuch. „Die Süßigkeiten werden am Schluss der Aktion im Gemeindesaal gerecht aufgeteilt“, betonte Julia Albrecht.

„Den Einsatz der Kinder muss man hoch anrechnen, sie sind mit Freude dabei – und das an zwei Tagen. Aber schließlich sind wir ja alle Friedenspreisträger“, sagte Eva-Maria Gras. „Segen bringen – Segen sein. Gesunde Ernährung für Kinder auf den Philippinen und weltweit“ - unter diesem Leitwort stand die Aktion „Dreikönigssingen 2015“. Seit etwa 50 Jahren führen die katholischen Kirchengemeinden in Ennepetal jene Aktion durch, seinerzeit eingeführt von Pastor Hörscher, der aus dem Rheinland nach Ennepetal kam und diese Tradition mitgebracht hatte.