Starthilfe für ein schönes Zuhause

Fröhliche Gesichter: Ikea spendet 3333 Euro an die Mädchengruppe der Stiftung Loher Nocken.
Fröhliche Gesichter: Ikea spendet 3333 Euro an die Mädchengruppe der Stiftung Loher Nocken.
Foto: WP

Ennepetal..  Die Mädchenwohngruppe der Evangelischen Stiftung Loher Nocken ist eine kreative Truppe. Davon sind drei Mitarbeiterinnen des Ikea-Einrichtungshauses aus Kamen überzeugt. Im Rahmen eines Wettbewerbes sichteten sie hunderte Briefe und Bewerbungen und vor allem die Worte der Ennepetaler Jugendlichen haben Eindruck hinterlassen. Dafür gab es nun einen Scheck über 3333 Euro. Geld, das für Individualität auch in den eigenen vier Wänden sorgen soll.

Möbelhaus spendet 3333 Euro

„Alle meine Freundinnen haben schöne Zimmer“, erzählt Sinem, als sie mit den Mitarbeiterinnen des Möbelmarktes an einem Tisch sitzt. „Und nur weil ich im Heim wohne, heißt das nicht, dass ich das nicht auch haben kann.“

Es gibt selbst gebackene Kekse und Milch. Eine gemütliche Atmosphäre – eine, die sie sich auch in ihrem Zimmer wünschen. Viele haben es nicht leicht. Einige sind Opfer von Gewalt, andere kamen Zuhause nicht zurecht, brauchen Unterstützung bei der Bewältigung des Alltages.

Die Mädchen im Alter von 13 bis 17 Jahren erzählen aus ihrem Leben. Davon, wie es in der Schule läuft, welche Pläne sie haben und wie wichtig es ist, sich in der Mädchen-Intensiv-Gruppe ein eigenes Zuhause zu schaffen. „Wir möchten schöner wohnen und uns in unseren Zimmern eine Wohlfühlzone schaffen, in der wir auch anderen immer einen Platz bieten können“ – hieß es in der Mail, die die Mädchen an Ikea richteten. Sie schreiben weiter: „Denn Gemeinschaft und Zusammenhalt steht bei einer großen Wohngruppe, wie unserer, an erster Stelle. Stauraum und Ordnung sind bei uns Mangelware, da unser Mobiliar ziemlich in die Jahre gekommen ist.“

Alles schön herzurichten, sei für viele nicht einfach – und das inHeimen zur Verfügung stehende Budget knapp bemessen, ebenso wie das Bett von Kim. Ein Himmelbett wäre ein Traum, sagt sie, und zwar ein großes. Sie wünscht sich auch, wie die meisten ihrer sieben Mitbewohnerinnen, einen Schrank und eine Kommode, um mehr Sachen verstauen zu können und oben drauf schöne Accessoires platzieren zu können.

Dinah Rudack, die Chefin des Kamener Einrichtungshauses, war von den Mädchen beeindruckt, schon vor dem ersten Treffen. Von deutlichen Sätzen wie: „Ich bin groß, mein Zimmer ist klein, es passt nicht alles rein“; „Meine Möbel beißen sich“; „Mein Tisch hat nur drei Beine und meinem Bett fehlen ein paar Latten“.

Erlös von Adventskalender

Als sie diese Zeilen las, ging es um die Aktion „Kleine Spende – Große Wirkung“, die Ikea anlässlich des 40. Geburtstags des Einrichtungshauses in Deutschland startete. Das Geld erhalten hatte damals ein Ambulanter Kinderkrankenpflegedienst in Königsborn. Die Entscheidung gegen die Stiftung Loher Nocken sei schwer gefallen. „Denn wir wollten der Wohngruppe in Ennepetal auch etwas Gutes tun“, erklärt Dinah Rudack.

Und so sei die Idee entstanden, jeweils einen Euro pro Adventskalender, der im vergangenen Jahr verkauft wurde, zu spenden. Mit dem Scheck über 3333 Euro können die acht Mädchen einiges anfangen. Vor allem für das Wohlbefinden.