Stadtbücherei hat Limit schon erreicht

Auf der Suche nach Einsparpotenzialen zur Konsolidierung des Schwelmer Haushaltes ist auch die Stadtbücherei ins Visier der Politik geraten. Deren Leiterin Kornelia Wilberg überbrachte dem Kulturausschuss nun die Botschaft: Diese Zitrone ist längst ausgequetscht.

Kann man bei Raum und Personal der Stadtbücherei sparen? Ist hier noch an irgendeiner Stelle etwas zu holen? Diese Frage kam von der Politik, verbunden mit einem interfraktionellen Prüfauftrag. In ihrem mündlichen Bericht am Mittwoch im Kulturausschuss lieferte Büchereileiterin Kornelia Wilberg ihre Antwort dazu: „Unsere Gestaltungsspielräume sind sehr, sehr eng.“ Egal, an welcher Stelle man kürze, „müssen wir damit rechnen, unsere Ziele und die Leser nicht mehr zu erreichen“, erklärte Wilberg.

Die von ihr gelieferten Fakten dazu: Beim Personal sei in den vergangenen Jahren bereits umfänglich gestrichen worden. Von einst 7 Stellen (1981) gebe es aktuell nur noch 2,21 Stellen. Das untere Ende der Fahnenstange sei erreicht.

Hier noch weiter zu kürzen, habe unweigerlich eine Reduzierung der Öffnungszeiten zur Folge. Doch davon sei dringend abzuraten. Die Stadtbücherei habe aktuell 24 Stunden pro Woche geöffnet. Weniger sollten es auf keinen Fall sein, erklärte Wilberg. Andernfalls sei die Förderfähigkeit gefährdet. Zur Erklärung: Eine Stadtbücherei der Klasse 1, wie die in Schwelm, müsse wöchentlich mindestens 20 Stunden geöffnet haben, um überhaupt Zuschüsse vom Land bekommen zu können.

Leser nicht enttäuschen

Hinzu kommt: Reduzierte Ausleihzeiten hätten enttäuschte Leser und auch weniger Einnahmen zur Folge, so Wilberg. Der Stadtbücherei würde die Abwärtsspirale drohen.

Auch beim Raumangebot gebe es nichts mehr zu holen. Mit 405 Quadratmetern habe man zwar eine arbeitsfähige Größe. Weniger sollten es aber nicht sein. Allein die Sitzecke müsse Platz für mindestens eine Schulklasse haben, erklärte Wilberg. Das ergebe sich aus dem Bildungsauftrag einer Stadtbücherei.

Ob die Umstellung auf E-Books eine Chance auf Raumverzicht eröffne? In Zukunft mag das sein, erklärte Wilberg. Aktuell sei die Auswahl von E-Books für eine Stadtbücherei aber sehr überschaubar. Der Grund seien lizenzrechtlich offene Fragen, die gegen eine Anschaffung sprechen.