Stadt soll neuen Kunstrasen-Entwurf prüfen

Nach dem Entwurf von Uwe Hugendick würden die beiden neuen Plätze 80 Grad zur vorhandenen Spielfläche gedreht. Der Baumbestand bliebe unangetastet. Wo heute der Nebenplatz ist, entstünden Parkplätze für insgesamt 90 Pkw.
Nach dem Entwurf von Uwe Hugendick würden die beiden neuen Plätze 80 Grad zur vorhandenen Spielfläche gedreht. Der Baumbestand bliebe unangetastet. Wo heute der Nebenplatz ist, entstünden Parkplätze für insgesamt 90 Pkw.
Foto: Manuela Nossutta

Schwelm..  Der Vorentwurf von Architekturstudent Uwe Hugendick, der den Sportplatz An der Rennbahn als Standort für zwei Kunstrasenplätze für machbar hält, ist bei den Vereinen nicht nur auf großes Interesse gestoßen. VfB und SpVg Linderhausen halten die Studie nach mehreren Tagen Recherche inzwischen für derart fundiert, dass sie von der Stadt eine faire Überprüfung parallel zur laufenden Planung für den Sportpark Nord in Linderhausen erwarten. Um den Prozess voranzutreiben, wollen die Vereine nun eine gemeinsame Runde mit Politik, Verwaltung und Uwe Hugendick einberufen.

Dies teilten Michael Starke und Wolfgang Marold im Namen des VfB-Vorstandes den Mitgliedern am Freitag im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung mit. Und Starke betonte: „Der Sportpark Nord ist damit genauso wenig abgeschrieben, wie die Rennbahn entschieden ist“.

Zu wann die Vereine zur gemeinsamen Runde einladen werden, ist noch unklar. Lange warten wollen sie nicht. Es gelte, die Rennbahn als Standort zu überprüfen, ohne den Planungsprozess für den Sportpark Nord zu gefährden. Weil das nach Einschätzung der Fußballer Zeit braucht, sollte die Stadt ihr Ankaufsrecht für die angedachte Fläche der beiden Kunstrasenplätze in Linderhausen verlängern. Dann blieben beide Optionen weiterhin möglich, um sich am Ende für die bessere entscheiden zu können.

Die Sympathien der Fußballer tendieren allem Anschein nach in Richtung Rennbahn. Juristische Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit dem Grundstückserwerb an der Gevelsberger Straße haben selbst bei der Spielvereinigung die Vorfreude auf zwei Kunstrasenplätze in Linderhausen getrübt. Und auf dem Blatt Papier scheint tatsächlich vieles für die Rennbahn zu sprechen.

Nach dem Entwurf von Uwe Hugendick passen zwei Kunstrasenplätze auf das Areal des heutigen Sportplatzes mit Laufbahn, ohne dass auch nur ein Baum gefällt werden muss. Nach seinem Plan würden die neuen Plätze 80 Grad zur vorhanden Sportfläche gedreht. Vorteil dieser Lösung: Das Gelände ist bereits eben, und es kann auf große Erdbewegungen, die an der Gevelsberger Straße nötig wären, verzichtet werden. Auch die Anschlüsse für Strom und Wasser, wie auch die Drainage, sind bereits vorhanden.

Leichtathleten würden wechseln

Hugendick nennt auch Lösungen für Probleme, die vor Jahren dazu führten, dass die Rennbahn als Standort eines Kunstrasenplatzes durchs Raster fiel: u.a. die Parksituation. Sein Entwurf sieht zusätzliche Stellplätze im Bereich des heutigen tieferliegenden Nebenplatzes vor, der vor allem von den Leichtathleten und für die Sportabzeichen-Abnahme genutzt wird.

Und plötzlich erscheint auch ein anderer Punkt, der damit zusammenhängt und einst zum Knackpunkt an der Rennbahn wurde, lösbar. Die Leichtathleten hätten bereits ihr Einverständnis signalisiert, zum Sportplatz Rote Berge rüberzuwechseln, wenn der Platz dort für ihre Bedürfnisse hergerichtet wird. Das teilte der VfB-Vorstand seinen Mitgliedern mit. Das Nebeneinander von Fußballern, Leichtathleten und anderen Sportplatz-Nutzern erschien vor Jahren noch als nicht machbar. Allerdings gibt es in Hugendicks Entwurf auch zwei Punkte, bei denen er keine abschließende Einschätzung abzugeben vermag. Das sind zum einen die Lärmschutzauflagen im Zusammenhang mit den angrenzenden Wohngebieten („Ist zu prüfen“, „Auflagen eventuell möglich“) und auch was den Abstand zur Hochspannungsleitung betrifft, zu dem es noch vor Tagen hieß, dass sei bei dem neuen Entwurf kein Problem.

Auskunft von Westnetz AG nötig

Hugendick scheint sich da nicht sicher und schreibt in seiner Ausarbeitung: „Zu den notwendigen Abständen zur Freilandleitung muss die Westnetz AG verbindlich Stellung nehmen.“

Die VfB-Mitglieder beschlossen am Freitag die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, auf der der Verkauf des Sportplatzes am Brunnen beschlossen werden soll. Der Erlös ist das Tafelsilber zur Finanzierung der neuen Plätze. Die Mitgliederversammlung wird terminiert, sobald der Verein alle Informationen zur Standort-Entscheidung vorliegen hat. Damit ist nun die Politik am Zuge.