Stadt sind bei Schandfleck die Hände gebunden

Seit elf Jahren sieht es an der Ecke Voerder Straße/Neustraße in unterschiedlichen Stadien miserabel aus. Eine Änderung ist nicht in Sicht.
Seit elf Jahren sieht es an der Ecke Voerder Straße/Neustraße in unterschiedlichen Stadien miserabel aus. Eine Änderung ist nicht in Sicht.
Foto: WP

Ennepetal..  Die Probleme in der Innenstadt sind vielfältig: Leerstände an der Voerder Straße, das alte Ringkaufhaus ohne Leben, das leere ehemalige Altenheim, Ratlosigkeit zur Zukunft des Hauses Ennepetal und an einigen Stellen auch Unzufriedenheit mit der Verkehrssituation und dem Heilenbecke-Center. Während die Stadt sich für die meisten Dinge bereits gemeinsam mit den Bürgern beim integrativen Handlungskonzept auf den Weg in eine bessere Zukunft gemacht hat, sind ihr bei einer Sache fast gänzlich die Hände gebunden: Dem Rohbau an der Ecke Voerder Str./Neustraße.

Posse seit mehr als elf Jahren

Die Ennepetaler sind sich einig: So langsam ist der Zustand eine Katastrophe, das Eingangportal in die Innenstadt gibt durch den Rohbau eine miserable Visitenkarte ab. Einzig: Niemand hat es in der Hand, der Ali Arslan Grundbesitz GbR, die für das Desaster verantwortlich zeichnet, mit rechtlichen Mitteln Druck zu machen.

Diese Posse zieht sich mittlerweile eilfeinhalb Jahren in die Länge und eine optische Verbesserung für Milspe ist nicht in Sicht. Damals brannte das alte Wohnhaus an der Straßenecke ab. Wie durch ein Wunder blieb die benachbarte Spielhalle – ebenfalls im Besitz Arslans unversehrt. Einen Abriss der eingeschossigen Spielothek zog er niemals in Betracht, und zeigte die ersten knapp drei Jahre auch keine Anstalten, etwas gegen die Brandruine, die nun die Gäste in Ennepetal begrüßte, etwas zu tun.

Im Jahr 2007 kam dann Bewegung in die Sache. Das Gebäude wurde abgerissen, von nun an hieß fünfeinhalb Jahre eine Brache die Verkehrsteilnehmer willkommen. Dann begann Arslan die Arbeiten an einem Wohn- und Geschäftshaus. Baustopp, weil er sich nicht an die Genehmigung hielt. Weiterbau. Baustopp, weil er jetzt doch ein Hotel errichten wollte, was die Stadtverwaltung jedoch nicht genehmigte, weil dies gegen den geltenden Bebauungsplan verstößt. Nun wieder ein Wohn- und Geschäftshaus – jedoch mit einigen Änderungen, was bedeutet: neuer Bauantrag.

So steht der rote, unverputzte Trümmer seit Monaten eingerüstet an der Straßenecke und ein Vorankommen bemerken die Ennepetaler nicht. Im Gegenteil, eine der neu eingebauten Scheiben ist schon kaputt, das Bild mit der verschieferten Spielhalle im Schatten des mehrgeschossigen Hauses verärgert die Bürger.

Beweis ist das Problem

„Aber wir können so gut wie überhaupt nichts dagegen tun“, sagt Hans-Günther Adrian, Pressesprecher der Stadt Ennepetal, und benennt das Problem: „Wir können eine Baugenehmigung nur dann beenden, wenn sich mindestens ein Jahr lang auf der Baustelle nichts getan hat.“ Sollte der Bau auch nur minimal vorangeschritten sein, verlängert sich die Genehmigung automatisch um ein weiteres Jahr. Das Problem ist, zu beweisen, dass sich tatsächlich während eines Jahres nichts getan hat. „Zwei neu gesetzte Ziegel reichen schon aus“, beschreibt Adrian das Dilemma und hofft, wie fast alle Ennepetaler darauf, dass sich endlich etwas tut an der Straßenecke – egal ob dieses Haus irgendwann fertig wird oder an diesem prominenten Platz etwas ganz neues entsteht.