Stadt erstattet nach illegaler Fällaktion Anzeige

Unbekannte haben im Wilhelmpark diesen Kirschbaum gefällt. Warum, ist nicht ersichtlich
Unbekannte haben im Wilhelmpark diesen Kirschbaum gefällt. Warum, ist nicht ersichtlich
Foto: WP

Schwelm..  Es ist kein unglaublich verheerendes Verbrechen, treibt den Verantwortlichen aus der Stadt dennoch die Zornesröte ins Gesicht, weil der Grund für diese Aktionen, die sich in regelmäßigen Abständen immer mal wiederholen, einfach nicht ersichtlich ist: Unbekannte haben erneut einen städtischen Baum gefällt und ihn einfach liegen lassen.

Zwischen dem 3. und 5. Juli passiert

Diesmal wurde ein Kirschbaum im Wilhelmpark Opfer der Unbekannten, die augenscheinlich mit einer Säge in das Schwelmer Zentrum ausrückten, um dem Baum mit einem Stammdurchmesser von etwa 20 Zentimeter zu Leibe zu rücken. Wie die Stadt Schwelm nun mitteilt, hat sich der Vorfall mutmaßlich zwischen Freitag, 3. Juli, und Sonntag, 5. Juli, ereignet. Der junge Kirschbaum sei im Park an der Wilhelmstraße ohne Genehmigung gefällt worden und besaß laut Stadtverwaltung einen Wert von ungefähr 1000 Euro.

Doch offensichtlich hatten es die Täter gar nicht darauf abgesehen, mit dem Baum irgendetwas anzustellen oder wurden eventuell bei ihrer Aktion gestört. Denn als die illegale Fällung erkannt wurde, ragte der Stumpf traurig aus dem Boden, der Baum – kerngesund und prächtig mit Blättern behangen, liegt immer noch daneben.

Nach einem Ortstermin mit der Polizei hat die Stadtverwaltung Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Außerdem bittet die Stadtverwaltung die Schwelmer Bürger, die zur Aufklärung des Geschehens beitragen können, sich bei der Polizei zu melden beziehungsweise bei Karlheinz Lingnau vom städtischen Fachbereich Immobilienmanagement, Rathaus, Hauptstraße 14, Zimmer 027, 02336/801-394, um der Täter habhaft zu werden.

„Solche sinnlosen Aktionen kommen in unregelmäßigen Abständen leider immer wieder vor“, sagt Heike Rudolph, Pressesprecherin der Schwelmer Stadtverwaltung. „Ich verstehe nicht, aus welchen Geist heraus Menschen so etwas machen.

Große Sensibilität bei Bäumen

Die Anzeige bei der Polizei und den Gang an die Öffentlichkeit wegen eines abgesägten jungen Kirschbaums sieht sie keinesfalls als überzogen an. „Wir hatten schon einmal Erfolg damit, dass wir eine solche verhältnismäßig unspektakuläre Sache publik gemacht haben, und die Polizei konnte die Täter nach Hinweisen aus der Bevölkerung ermitteln.“ Schließlich seien viele Menschen sehr aufmerksam und würden oft erst im Nachgang feststellen, dass sie etwas beobachtet hätten, das nicht so ganz legal gelaufen sei und sich erst nach Hinweisen in der Öffentlichkeit trauen, dies zu Protokoll zu geben.

Und schließlich, das zeichnet sich auch immer wieder bei den Bürgeranfragen in den politischen Fachausschüssen sowie im Stadtrat ab, sind die Schwelmer bei solchen Themen sehr sensibel. „Abgeholzte Bäume, ob nun legal oder unrechtmäßig, nehmen viele Bürger zurecht nicht auf die leichte Schulter“, sagt Heike Rudolph, schließlich prägen blühende Bäume und viel Grün auch das Stadtbild.

Andererseits sei es ohnehin vielen Mitbürgern ein Dorn im Auge, wie sorglos und oft auch zerstörerisch manche mit dem Allgemeingut umgehen. Immer wieder rücken die Technischen Betriebe daher aus, um den unterschiedlichsten Beschwerden aus der Schwelmer Bevölkerung nachzugehen.