Sprache ist der Schlüssel

Bericht: „Keine Angst vor den Flüchtlingen”/Neujahrsempfang in Gevelsberg. Wie steht es um Ennepetal?


So unterschiedlich können die Top-Themen zweier Städte sein. Der Tageszeitung von heute ist zu entnehmen, dass sich die Stadt Gevelsberg intensiv Gedanken über die Chancen der Integration von Flüchtlingen macht. Mit einem fachkundigen Referenten, dem Gründer von Cap-Anamur, Rupert Neudeck, bediente sich die Nachbarstadt eines wahren Profis, um unter Beweis zu stellen, dass sich eine Menge im Thema „Integration“ bewegt. Intensiv-Sprachkurse werden den Flüchtlingen angeboten, weit über das gesetzlich geforderte Maß hinaus.


Unternehmerfamilien konnten zum Neujahrsempfang präsentiert werden, die bereit sind, die Kosten für diese Kurse aufzubringen. Viereinhalb Kurse sind bereits finanziell sichergestellt. Sprache ist der Schlüssel zur Integration, wer will dies bestreiten?


Was auf den Neujahrsempfängen der Stadt Ennepetal auf den Programmen stand, macht hingegen fast traurig. Überschattet vom bevorstehenden Wahlkampf scheint man hier gerade diese drängende humanitäre Aufgabe nicht in den Blick nehmen zu wollen (oder zu können). In seinem Kommentar beschreibt der Gevelsberger Redakteur Klaus Bröking gar die spürbare Aufbruchsstimmung.


Her mit dem Problem, für uns ist es keins. Wir sollten endlich damit anfangen, den Menschen zu helfen“. Genau hier möchte der Kinderschutzbund einhaken. Auch für Ennepetal dürfte das „Anpacken“ kein Problem darstellen. Auch hier leben viele tatkräftige Menschen mit gutem Menschenverstand und offenen Herzen. Diese sind jetzt gefragt. Wenn wir es hier schon nicht von „oben“ und / oder durch die Politik auf den Weg bekommen, dann doch allemal von „unten“, aus der Bevölkerung heraus! 21 Ehrenamtliche machen derzeit bei uns einen prima Anfang.


Und wir brauchen ganz bestimmt noch mehr Menschen und noch mehr Organisationen, die sich was trauen. Gehen Sie auf die Menschen zu, packen Sie mit an. Es lohnt sich. Es wäre doch gelacht, wenn wir in der Klutertstadt nicht auch die notwendigen Gelder für z. B. notwendige Deutschkurse zusammentragen könnten. Das Potenzial dazu haben wir allemal.


Sabine Spruth, Vorstandsmitglied Kinderschutzbund Ennepetal