Sportpark-Pläne überdenken

Sportpark Linderhausen

Es steht außer Frage, dass für die Schwelmer Fußballer die dringend benötigten Kunstrasenplätze bereitgestellt werden müssen. Statt einer Neuerrichtung des Sportparks Linderhausen sollten die heute landwirtschaftlich genutzten Flächen in ihrer Verwendung belassen und auf bestehende Sportstätten wie z.B. Martfeld oder Wilhelmshöhe zurückgegriffen werden. Der Verbrauch an unverbauten Flächen für Infrastruktur, Gewerbe und Siedlungen beträgt in NRW täglich durchschnittlich etwa 10 Hektar. Der Bestand an Grünlandflächen mit Hecken ist im Ennepe-Ruhr Kreis in den letzten 10 Jahren stark zurückgegangen. Die kulturgeschichtliche Heckenlandschaft in Linderhausen ist in Verbindung mit den großen freien Flächen einzigartig und aus ökologischer Sicht für den Bereich Schwelm / Gevelsberg sehr wertvoll. Sie bietet Lebensraum für Vögel wie Kiebitz, der hier seinen Brutplatz hat, Klapper- und Dorngrasmücke. Eine hofnahe Weidehaltung ermöglicht den Landwirten eine artgerecht Tierhaltung. Auch Vogelarten wie Rauchschwalbe, Star und Steinkauz sind an eine Beweidung durch Großvieh gebunden. Die unzureichende Anbindung des Standortes an den ÖPNV bedeutet, dass für den Trainings- und Spielbetrieb von Kinder- und Jugendmannschaft Taxi „Mama“ gefragt ist. Ich hoffe, dass im Stadtentwicklungsbüro die Planung noch einmal überdacht und eine intelligente Lösung entwickelt wird, die die Belange von Fußballern, Landwirten und Natur und Umwelt berücksichtigt und damit auch zur Lebensqualität der Schwelmer Bürger beiträgt.