SPD übt deutliche Kritik an „Koalitionären“

Bürgermeisterkandidatin Anita Schöneberg sprach vor den mehr als 100 Gästen im Voerder Schützenheim.
Bürgermeisterkandidatin Anita Schöneberg sprach vor den mehr als 100 Gästen im Voerder Schützenheim.
Foto: WP

Ennepetal..  Bei ihrem traditionellen Neujahrsfrühstück hat sich die Ennepetaler SPD auf den beginnenden Bürgermeisterwahlkampf eingeschworen. Mit deutlichen Worten kritisierten Ortsvereinsvorsitzender Christian Zink und Bürgermeisterkandidatin Anita Schöneberg die „Koalition“ aus CDU, Grünen, FWE und FDP.

„Die SPD Ennepetal ist gut aufgestellt und wir haben Frauenpower in unseren Reihen“, sagte Christian Zink vor den weit mehr als 100 Gästen im Voerder Schützenheim angesichts gleich zweier Bürgermeisterkandidatinnen aus den eigenen Reihen: Anita Schöneberg für Ennepetal und Dr. Petra Kappe für Breckerfeld. Er gratulierte Letzterer zur gerade erfolgten Wahl durch die Sozialdemokraten in der Nachbarstadt (wir berichteten).

Haus Ennepetal soll erhalten werden

Zink griff die vier Kooperationspartner scharf an: „Sie sagen es zwar nicht gern laut, aber angeblich geht es darum, unsere Anita Schöneberg als Bürgermeisterin zu verhindern. In Wahrheit geht es mal wieder nur um Macht und Pöstchen.“ Um das Wohl und die Zukunft Ennepetals gehe es den „Koalitionären“ sicher nicht. FDP, Grüne und FWE seien kleiner geworden, so Zink. Alles deute darauf hin, dass sie den Kopf in den Sand steckten und sich hinter der nicht zuverlässigen CDU in Ennepetal versteckten.

Anita Schöneberg betonte, dass die Sozialdemokraten öffentlich debattiert und dann die bestmögliche Lösung für die Stadt beschlossen hätten. „Jetzt versucht man, in der neu gegründeten Koalition, im Vorhinein Sachverhalte abzusprechen und Mehrheiten bereits festzuzurren. Das ist nicht gut für unsere Stadt.“ Sie sei im Gegensatz dazu eine Vertreterin von Basisdemokratie. Sie verspreche auf Dialog mit der Bürgerschaft zu setzen.

Christian Zink übte auch Kritik an den Aussagen, die beim gemeinsamen Neujahrsempfang der vier Kooperationspartner am Sonntag zuvor gemacht worden seien. Das von Jens Knüppel (FWE) vorgetragene „Sportinnenstättenkonzept“ sei von der SPD abgekupfert. Die Unruhe zum Thema Haus Ennepetal sei von der CDU gekommen. „So ein Gebäude kann man nicht einfach mal so abreißen“, meinte Zink an die Adresse von CDU-Fraktionschef Daniel Heymann gerichtet.

Auch Anita Schöneberg ging in ihrer Rede auf die Diskussion um das Haus Ennepetal ein. Wenn man sich öffentlich mit dem Gedanken trage, das Haus Ennepetal abzureißen, schüre man damit Ängste – bei denen, die das Haus nutzen, und bei vielen Angestellten. Schöneberg verwies auf die zahlreichen Funktionen und Möglichkeiten des Baus. „Es ist keine Lösung, das Haus abzureißen.“ Für sie sei die Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt ganz wichtig, erklärte sie. Dazu gehöre eine Stätte für die Kultur, die Bildung, für die Vereine, für alle Generationen – wie eben das Haus Ennepetal.

Schöneberg versprach außerdem, dass sie sich für die Gründung eines Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa) in Ennepetal einsetzen werde. Durch Teilhabe von jungen Menschen könne die Demokratie gestärkt werden, erklärte sie. Beim Neujahrsfrühstück informierte Adriana Rippel von den Jusos auch über Organisation und Arbeit eines Kinder- und Jugendparlaments.

Strategie für Wirtschaftsstandort

Ein drittes Thema, das Anita Schöneberg gestern in den Blickpunkt rückte, war die Wirtschaftsförderung. Zum einen solle die Stadt die Dienste der Wirtschaftsförderungsagentur EN in Anspruch nehmen, bei der Unternehmen wertvolle Ratschläge bekämen. Zum anderen, so Schöneberg, müsse Ennepetal für die Stärkung als Wirtschaftsstandort dringend Experten an den Tisch holen, „damit eine Strategie für den ,Wirtschaftsstandort Ennepetal’ entwickelt wird.

Neben den Reden stand beim Frühstück vom Büffet für die Gäste die Möglichkeit zum Gespräch im Mittelpunkt der Veranstaltung. Musikalische Beiträge lieferte der SPD-Chor, unter anderem mit dem Steigerlied.

INFO:

Unter den Gästen beim Neujahrsfrühstück waren der Bundestagsabgeordnete René Röspel, der Landtagsabgeordnete Hubertus Kramer und Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen. Sie alle machten sich nach einer Stunde auf nach Gevelsberg, um noch den dortigen Neujahrsempfang der Stadt zu besuchen.

Ebenfalls in Voerde zu Gast war Olaf Schade, Vorsitzender SPD-Kreistagsfraktion und Leiter des Büros von NRW-Landtagspräsidentin Carina Gödecke.

Schade stellte sich und die Arbeit des Kreistags kurz vor. Er betonte, dass der Kreis nicht „Vorgesetzter der Städte“ sei. Es sei Zusammenarbeit auf Augenhöhe gefragt.

Christian Zink betonte noch einmal, dass die Ennepetaler SPD sich bereits für Olaf Schade als Kandidat für das Landratsamt ausgesprochen habe.