Spatenstich für Moscheeneubau steht bevor

Schwelm..  Neuigkeiten von DITIB - Türkisch - Islamischen Gemeinde zu Schwelm e.V.. Das Vorhaben „Neubau der Moschee“ sei schon sehr gut vorangeschritten und es sei bald mit dem ersten Spatenstich zu rechnen. Das erklärte die Gemeinde, während sie Besucher anlässlich des bundesweiten Tags der offenen Moschee durch die Räumlichkeiten an der Hattinger Straße 20 führte.

„Führungen sind sonst aber auch jederzeit nach Absprache mit der Gemeinde möglich“, wie der Doğan Tekdemir, ein Mitglied des Vorstandes, versichert. Kindergärten, Schulen und private Gruppen nutzten dieses Angebot gerne.

Flüchtlinge besuchen die Gemeinde

Die drei Studentinnen Hilal Yilmaz (18), Betül Tekdemir (19) und Elif Özbay (20) haben hierfür extra eine zertifizierte Ausbildung absolviert. Mit zu den ersten, die einmal einen Blick in eine Moschee werfen wollten, gehörte das Ehepaar Birgit und Peter Schmidt aus Gevelsberg.

Die Schuhe werden ausgezogen und der Vorraum betreten. Doğan Tekdemir, der die Führung übernommen hat, zeigt auf die Mitglieder- und die Spendenliste: „Wir finanzieren uns nur aus Spenden.“ Zurzeit hat die Gemeinde 278 Mitglieder. Diese Zahl täuscht und sei viel zu niedrig, sie gibt nicht die wahre Anzahl der gläubigen Besucher dieser Moschee wieder, erklärt Tekdemir. Es sei nämlich Sitte, dass nur das Familienoberhaupt Mitglied wird. Ehefrau und Kinder werden somit nicht mitgezählt. Gleiches gelte ebenfalls für die Flüchtlinge, die zurzeit als Gast am Gemeindeleben teilnehmen.

Der Buchhalter Osman Nuri Yılmaz spricht von einem Wachstum von 40 Prozent allein durch Zuwanderer aus Syrien. Der Imam Levent Cihangir hat im Anfang sogar auf arabisch gepredigt. Zum Freitagsmittags-Gebet platze die Moschee aus ihren Nähten, so dass man bereits häufiger draußen für die Betenden Zelte aufgebaut habe. Aber dies soll demnächst durch den Neubau der Moschee der Vergangenheit angehören.

Nach einer allgemeinen Einführung in den Aufbau einer Moschee und dem Islam über einen Film, wurden die Fragen der Besucher beantwortet.

Peter Schmidt, ein aufmerksamer Beobachter, fragte sich, nachdem er keine Heizung entdecken konnte, wie es denn wohl im Winter in einer Moschee ist. Das Geheimnis konnte schnell gelüftet werden. Die Lösung hieß: „Fußbodenheizung“. Seine Frau hingegen interessierte sich mehr für die Heiratszeremonie. Auch in der DITIB-Gemeinde gilt, dass erst standesamtlich geheiratet werden muss, bevor der Imam die Trauung vollzieht.

Einblicke in fremde Religion

Gleich ins Auge fielen die Uhren, die die aktuellen Gebetszeiten anzeigten. Der technische Fortschritt hat hier nicht halt gemacht – angefangen von der manuellen Uhr mit Zeigern, über die digitale Variante in der Moschee bis hin zur App für den Gläubigen.

Der Gemeinde war es wichtig, den Bürgern Einblick in ihre Religion zu geben. Sie betonten: „Wir möchten kein Nebeneinander, sondern ein Miteinander.“ Daher engagieren sie sich in dem Arbeitskreis „Interreligiöser Gesprächskreis Schwelm“. Stolz zeigten sie den Landespreis für Innere Sicherheit „Polizei und Muslime im Ennepe-Ruhr-Kreis“, den sie bereits 2011 vom Innenminister erhalten haben. Nach der geistigen Nahrung gab es viele türkische Köstlichkeiten. In dem Zelt der Frauen wurden fleißig frisch die Backwaren vorbereitet, während die Kinder den Zauberkünstler umlagerten.

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