Sparkasse wächst stärker als der Durchschnitt

Mit neuen Produkten will die Sparkasse Gevelsberg weiter auf Wachstumskurs bleiben. Links der Vorstandsvorsitzende Thomas Biermann, daneben sein Stellvertreter Michael Hedtkamp.
Mit neuen Produkten will die Sparkasse Gevelsberg weiter auf Wachstumskurs bleiben. Links der Vorstandsvorsitzende Thomas Biermann, daneben sein Stellvertreter Michael Hedtkamp.
Foto: WP

Gevelsberg..  In einem für die Finanzmärkte unberechenbaren Jahr 2014 ist die Gevelsberger Sparkasse auf Wachstumskurs geblieben. Die Durschnittsbilanzsumme ist um 3,1 Prozent auf 940,7 Millionen Euro gestiegen. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Anstieg im Sparkassenverband Westfalen-Lippe, zu dem auch das Gevelsberger Institut gehört, lag bei 1,6 Prozent. Die Zahl der Girokonten hat fast 20 000 erreicht.

Nur die Grippewelle, der unangenehme Wintereinbruch und der damit verbundene Ausfall einiger der insgesamt 146 Mitarbeiter konnten dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Biermann und seinen Stellvertreter Michael Hedtkamp gestern Sorgenfalten ins Gesicht treiben. Die Zahlen, die die beiden Bankmanager gestern in ihrer Bilanz-Pressekonferenz vorlegten, waren eher für ein zufriedenes Lächeln gut.

„Trotz kaum vorhandener Zinsen sind wir mit der Entwicklung sehr zufrieden. Ein solches Wachstum ist für einen Marktführer nicht selbstverständlich“, kommentierte Biermann den Anstieg der Kundeneinlagen um 3,1 Prozent auf 678,3 Millionen Euro. Verständlich sei für ihn, dass die Kunden der Sparkasse nicht bereit sind, ihr Geld langfristig anzulegen: „Das bringt kaum mehr Zinsen als zum Beispiel bei täglich fälligen Einlagen.“ Auch die Summe der Kundenkredite habe zugenommen. Sie stieg um 1,7 Prozent auf 619,5 Millionen Euro.

Biermann glaubt nicht, dass die Zinsen in naher Zukunft steigen werden: „Da ist keine Trendwende abzusehen.“

Dass die Sparkonten trotzdem gut gefüllt seien, habe einen Grund in der Verunsicherung der Menschen, ob sie mit ihrer Rente in Zukunft zurecht kommen würden. Sie bilden deshalb Rücklagen. Dabei hätten sie zunehmend die Immobilie als Altersversorgung entdeckt. „Dass die Zinsen für Baukredite einmal auf 1,5 Prozent sinken würden, hätte ich nicht geglaubt“, schüttelt Biermann den Kopf. Er fragt sich aber auch, wie lange die eigenen vier Wände oder die vermietete Eigentumswohnung noch gefragt sein werden: „Die Nebenkosten beim Kauf sind enorm gestiegen. Wer heute ein Objekt in einem Wert von 250 000 Euro kaufen möchte, der zahlt schon 30 000 Euro für den Notar, den Makler, an Grunderwerbssteuern, Grundbuchamt und was sonst noch so alles auf ihn zukommt.“

Als Alternative rät Biermann den Menschen, die ihr Alter finanziell absichern möchten, einmal auf die Börse zu blicken. „Wir sind zwar kein Volk der Aktionäre, aber vor allen Dingen für junge Leute, die langfristig Geld anlegen möchten, ist das eine Alternative“, argumentiert der Chef der Gevelsberger Sparkasse. Man dürfe nicht auf den schnellen Kursgewinn blicken, sondern eher auf die Dividenden, die verwurzelte Unternehmen ausschütten: „Das sind manchmal regelmäßig drei Prozent pro Jahr. Viel mehr also, als man für seine Spareinlagen bekommt.“ Vor einer Investition sei allerdings eine gute individuelle und ganzheitliche Beratung notwendig.