„Smithy“ feiert seit 25 Jahren auf den Bühnen

„Smithy“ und der Unterstufenchor des Reichenbach-Gymnasiums unter Leitung von Monika Koep proben gemeinsam für die Jubiläums-Show. Ein Lied werden die Jungs und Mädels allein singen, bei „Another Brick in the Wall“ die Band unterstützen.
„Smithy“ und der Unterstufenchor des Reichenbach-Gymnasiums unter Leitung von Monika Koep proben gemeinsam für die Jubiläums-Show. Ein Lied werden die Jungs und Mädels allein singen, bei „Another Brick in the Wall“ die Band unterstützen.
Foto: WP

Gevelsberg/Schwelm..  Wer auch nur halbwegs regelmäßig auf den großen Festen der Region unterwegs ist, hat unter Garantie auch schon mal zu „Smithy“ ein Bierchen getrunken. Seit 25 Jahren covert sich die Band kreuz und quer durch die Musikgeschichte. Die sechs Musiker sind Garanten für eine exzellente Stimmung, was sie bis nach Malta führte. Am Rande ihrer letzten Proben vor dem Jubiläumsgig zum Vierteljahrhundert öffnet das Sextett exklusiv die Anekdotenschatzkiste, kramt die Bandgeschichte hervor und blickt in die Zukunft.

Alle begann als „Mühlenteich“

Die Katakomben, in denen die Band probt, platzen aus allen Nähten. Zu Gast sind sechzehn Jungen und Mädchen aus der siebten Klasse des Reichenbachgymnasiums Ennepetal – der Unterstufenchor „Chorellis“. Sie haben sich exzellent auf den Abend mit den Coverrockern vorbereitet, denn wenn am Samstag, 21. Februar, der Geburtstagsgig von Smithy in der Schwelmer Eventhalle steigt, werden auch die Jungs und Mädels zu hören sein. Den Song „Lieder“ werden sie a capella geben, bei Pink Floyds „Another Bruick in the Wall“ zusammen mit der Band Gas geben. „Das habt ihr spitze gemacht“, verabschiedet Sänger Lutz Otto die Schüler, bevor er sich an die Anfänge der Truppe erinnert.

Als sich die Band „Mühlenteich“ auflöste, wollten Gitarrist Reiner Schmidt und Bassist Peter Schilling die Instrumente nicht an den Nagel hängen. Thomas Buschhaus setzte sich hinter das Schlagzeug, Armin Schröder bediente die Keyboards und Kerstin Ruffmann sang, wurde aber bald durch Simone Josten ersetzt. Durch Zufall geriet Lutz Otto dann ans Mikrofon. Als Fotograf bei den Proben und den Auftritten als Kamerakind unterwegs, war er zur Stelle, als Simone Josten einmal fehlte. Der Rest merkte, dass er sich recht geschickt beim Singen anstellte, erst übernahm er den Background, seit 1991 den Lead-Gesang.

„Das erste Lied, das ich allein gesungen habe war ,Alkohol’ von Herbert Grönemeyer“, erinnert er sich. Das werden die Gäste auch am 21. Februar hören, denn die aktuelle Besetzung neben ihm mit Kristin Peters am Gesang, Thorsten Metz (Gitarre), Oliver Maikranz (Keyboards), Oliver Seppelt (Bass), Michael Ziegemeyer (Schlagzeug) und Techniker Wolfram Kottwig spielt die ersten Songs, die die Mitglieder nach ihrem Einstieg bei Smithy probten.

Falsche Vorwahl bei Gitarristensuche

Denn Besetzungswechsel folgten noch einige. Zuletzt kam Sängerin Kristin Peters hinzu, als letztes Gründungsmitglied verließ Peter Schilling im Jahr 2007 die Band, weil er sich mehr auf seinen Beruf konzentrieren wollte. Doch das Jubiläumskonzert gerät auch zu einem großen Wiedersehen mit fast allen ehemaligen Mitgliedern der Smithy-Familie. Auch sie werden noch einmal auf die Bühne gehen, um zusammen mit ihren Ex-Band-Kollegen musikalisch auf Zeitreise zu gehen und den Blick in den Rückspiegel zu werfen.

Zum Beispiel darauf, wie Thorsten Metz in die Band kam. Er meldete sich auf die Anzeige „Partyband im Raum EN sucht Gitarristen“. „Blöd, dass die Jungs die Anzeige mit der Vorwahl von Recklinghausen geschaltet hatten. Ich habe dann einfach die EN-Städte durchprobiert und irgendwann hat es geklappt.“

Unglaubliche Auftritte bei den Schwelmer Brauereifesten, turbulente Reisen mit allen Rock‘n’Roll-Klischees, Konzerte auf Malta inklusive Sightseeing im Playmobil-Werk und schlaflosen Nächten und unvergessliche Abende beim Brauereifest in Görlitz vor bis zu 12 000 Menschen – Smithy gehört seit vielen Jahren zur ersten Garde der Coverbands aus dem heimischen Raum.

Der größte Dank gebührt den Fans

„Dazu gehört auch etwas Glück, aber vor allem steckt dahinter auch harte Arbeit“, sagt Lutz Otto, der sich noch bestens daran erinnern kann, wie er mit Smithy durch die Kneipen getingelt ist, bevor die Band für große Feste gebucht wurde und mit dem „Rock-X-mas“ und dem „Mairock“ zwei eigene Erfolgsveranstaltungen auf die Beine gestellt hat.

Zwischen einem Gläschen Bier zuviel während des Auftritts, dem ständigen Feilen an neuen Liedern, Sandalen zum Anzug auf der Bühne, dem Verdacht aus dem Hotel einen Fernseher stehlen zu wollen und etlicher anderer Anekdoten ist der Band aber noch viel wichtiger, etwas anders loszuwerden: „Wir wissen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass eine kleine Coverband derart treue und tolle Fans hat – mittlerweile kommen die sogar mit ihren erwachsenen Kindern.“ Daher steht für sie auch fest: Schluss ist erst, wenn sie niemand mehr hören will. Aber das zeichnet sich beim besten Willen nicht ab.