Skiclub verliert 2500 Gläser auf der Kirmes

Gasbruch auf der Kirmes in Gevelsberg ist das geringste Problem, sagen die Verantwortlichen des Skiclubs.
Gasbruch auf der Kirmes in Gevelsberg ist das geringste Problem, sagen die Verantwortlichen des Skiclubs.
Foto: WP

Gevelsberg..  Die Zahl klingt im ersten Augenblick unglaublich. „Wir haben einen Verlust von 2500 Gläsern auf der Kirmes gehabt“, sagt Klaus-Dieter Paulus, Vorsitzender des Skiclubs, der die Vereinskasse traditionell mit einem Bierstand gegenüber der alten Kornbrennerei während des Volksfestes aufbessert. Paulus sagt auch: „Der viel diskutierte Glasbruch ist dabei das kleinste Problem.“

Großhändler verlangt 64 Cent

Die Ehrenamtlichen sind bei der diesjährigen Kirmes an den vereinseigenen Ständen ganz schön ins Schwitzen gekommen. Der Andrang der durstigen Kehlen war groß. Aber nicht nur der: „Wir haben insgesamt 4200 Gläser gekauft und jetzt nur noch zwischen 1500 und 1700 im Bestand“, zieht Paulus Bilanz. Schon am Freitag, dem Tag des Anblasens, musste der Verein nachkaufen: „Am Samstag dann zum zweiten Mal.“ Die mindestens 2500 verlorenen Gläser reißen eine große Lücke in die Vereinskasse. Nach der Preisliste eines Großhändler kostet ein so genannter „Willi-Becher“ 64 Cent pro Stück bei einer Abnahme von mindestens hundert Gläsern. Nach dieser Rechnung hätte der Skiclub 1600 Euro Verlust gemacht.

„Wenn die alle zu Bruch gegangen wären, hätten wir die ganze Kirmes über auf einem Haufen von Scherben gehen müssen“, argumentiert Pauli. Im Gegenteil: Das Problem des Glasbruchs sei in seinen Augen und denen der Skiclub-Mitglieder, die am Stand geholfen haben, eher zurückgegangen. Was sind aber dann die Gründe für den enormen Schwund ? Pauli und seine Mitstreiter sehen drei Auslöser.

1. Wandertrinker

Wer sich ein Glas Bier oder Mineralwasser kauft, bleibt in vielen Fällen nicht stehen, sondern marschiert plaudernd damit meist die Kirmes hinab und nicht die Elberfelder Straße hinauf. „Das ist der Grund dafür, dass die Getränkestände in der unteren Hälfte nicht so große Verluste wie wir haben“, erklärt Pauli. Bei den Ständen im Bereich um den Timpen werden die Gläser dann wieder abgegeben.

2. Konkurrenz räumt ab

Personal von anderen Bierständen versucht, die eigenen Verluste wieder auszugleichen und räumt die Gläser ab, die eigentlich in dem Einzugsbereich eines benachbarten Standes stehen. Meist nicht aus böser Absicht, sondern weil sie der Meinung sind, es könnten durchaus ihre sein.

3. Professionelle Diebe

Der Hauptgrund, da ist sich Paulus mit seinem Standpersonal sicher, sind professionelle Diebe, die ganze Kisten mit Gläsern verschwinden lassen. Einige bringen auch Behälter mit, um die leeren Biergläser einzusammeln. „Das haben die Mitglieder am Stand mehrfach beobachtet“, schimpft der Skiclub-Vorsitzende. Die neutralen Gläser der Gevelsberger Kirmes können zum Beispiel im Internet meistbietend versteigert werden. Paulus weiß aber auch, dass es noch eine andere Möglichkeit gibt, die Gläser zu Geld zu machen. In Gevelsberg wird kein Pfand auf einen „Willi-Becher“ erhoben. Bei anderen Volksfesten ist das aber durchaus bis zu einem Euro der Fall. Und weil die Gläser keinen Aufdruck haben, kann man sie dort vollkommen problemlos gegen bares Geld eintauschen, wenn nicht zusätzlich noch Pfandmarken im Einsatz sind, die aber stets einen erheblichen Mehraufwand für das Personal an den Getränkeständen bedeuten.

Paulus hat kein Patentrezept, wie das Problem in den Griff zu bekommen ist. „Wir würden uns inzwischen sogar auf Plastik einlassen“, räumt der Vorsitzende des Skiclubs ein, stellt aber eine Bedingung: „Dann müssten auch alle anderen mitmachen.“