Sinfoniker begeistern mit klassischem und neuem Jazz

Wuppertal..  Sinfonieorchester und Saxophonquartett – geht das zusammen? Wie gut das geht, bewiesen die Saxophonisten von „clair-obscur“ und das Wuppertaler Sinfonieorchester im siebten Konzert der Saison im großen, gut besuchten Saal der Stadthalle. Ins Zentrum hatte Dirigent Mark Lay-cock das Konzert für Orchester und Saxophonquartett „Rhythm of the Americas“ von Bob Mintzer von 2002 gestellt.

Perfektes Zusammenspiel

Schön geschmeidig bot das Quartett das Intro – fast klassisch und mit bestens ausbalanciertem Klang von Sopran-, Alt,- Tenor- und Bariton-Instrument. Feurige Klänge aus der Karibik, eine Jazzballade mit lyrischen Soli der vier Saxophone und heißen brasilianischen Samba-Rhythmus vereint das Werk, das auch eine ganze Riege präzise aufspielender Schlagwerker beschäftigt. Als neuen sinfonischen Jazz könnte man das Genre bezeichnen, das im perfekten Zusammenspiel von Orchester und Quartett seine Meister gefunden hat. Das hingerissene Publikum wollte die Vier nicht gehen lassen, und es erhielt Astor Piazzollas „Libertango“ als mitreißende Zugabe.

Kürzere Werke von amerikanischen Komponisten spielte das Sinfonieorchester mit Schwung, Eleganz und heißen Rhythmen. Es startete mit George Gershwins „Cuban Overture“ mit klassischen und Jazz-Elementen, führte mit Aaron Cop-lands „El Salón México“ mit einer Volksweise als rotem Faden in den bunten Nachtclub gleichen Namens und landete mit George Gershwins schmissigen Tänzen aus „On The Town“ in der heiteren Welt des Musicals.

Bewundernswert exakt reagierten die Musiker auf das zwingende Dirigat von Mark Lay-cock, der den Überblick bei den vielen komplexen Rhythmen, schwierigen Taktwechseln und machtvollen Orchester-Tutti nie verlor. Charles Ives „Putnam´s Camp“ von 1912 kommt wie Filmmusik mit Fanfarenklängen daher, und endet im Klanggetümmel wie von einer schräg intonierenden, marschierenden Brass-Band.

Das Konzert beschloss „Short Ride in a Fast Maschine“, das der Minima-list John Adams 1986 über treibenden Ostinati komponierte: Maschinelles, Rhythmisch-Dissonantes, mit Kreisch-Einschüben wie von reibendem Stahl schaffen eine suggestive Musik, der man sich nicht entziehen kann.

Mit langem, im Stehen gespendeten Applaus und lauten Bravo-Rufe bedankte sich das Publikum für ein begeisterndes Gute-Laune-Konzert.