Silscheder Kirche wird 125 Jahre alt

Die Kirche in Silschede ist nicht zu übersehen. Am kommenden Sonntag wird der 125. Geburtstag des Gotteshauses mit einem Festgottesdienst begangen.
Die Kirche in Silschede ist nicht zu übersehen. Am kommenden Sonntag wird der 125. Geburtstag des Gotteshauses mit einem Festgottesdienst begangen.
Foto: Privat
Was wir bereits wissen
Zum Geburtstag gibt es einen Festgottesdienst. Im Altarraum liegt eine von der deutschen Kaiserin Auguste Victoria signierte Bibel.

Gevelsberg..  Das Gevelsberger Höhendorf bereitet sich auf einen runden Geburtstag vor. Am 28. Oktober 1891 wurde die Silscheder Kirche in einem Festgottesdienst feierlich eingeweiht. Das war vor genau 125 Jahren. Gefeiert wird das Ereignis schon ein paar Tage früher. Die Evangelische Kirchengemeinde Haßlinghausen-Herzkamp-Silschede lädt am kommenden Sonntag, dem 23. Oktober, ab 10 Uhr, zu einem Festgottesdienst ein.

Ein rundes Jubiläum ist immer auch ein Grund, in die Vergangenheit zu blicken. Damals, nach einer Bauzeit von nur 16 Monaten – die Grundsteinlegung fand am 26. Juni1890 statt – konnte die im Grundstil neugotische Kirche den Silschedern übergeben werden.

Seit dem 1. Januar 1884 war die ehemals Evangelische Bauernschaft Silschede eine selbständige evangelische Kirchengemeinde, so die Aufzeichnungen der Gemeindeverwaltung. Silschede war damals eine durch den Bergbau wirtschaftlich aufstrebende Ortschaft und Knotenpunkt der Eisenbahnverbindung zur Versorgung der Hüttenwerke mit Kohle.

Aufstrebende Industrie

Die Harkortschen Kohlenbahn ging hier vorbei. Und auch die Haßlinghauser hatten 1889 eine Verbindung von Schee nach Silschede fertiggestellt, um Absatzmärkte für die heimische Kohle zu erschließen. Die Strecke verband die Zeche Deutschland und die Zeche Stock & Scherenberg in Haßlinghausen sowie die Zeche Vereinigte Trappe bei Silschede. Von dort aus gingen die Lieferungen nach Ennepetal und Haspe weiter.

Von Anfang an sei eine eigene Kirche ein großer Wunsch der Gemeindeglieder gewesen. Aber schon bald nach der Grundsteinlegung überstiegen die Baukosten erheblich die Vorausberechnungen, ist den Kirchenaufzeichnungen zu entnehmen.

Dem damaligen Pfarrverweser und späteren Silscheder Pfarrer Zimmermann gelang es jedoch, mit Spenden, Kollekten und Zuweisungen einen Großteil der Finanzierung abzudecken, so dass die Gemeinde am 28. Oktober feierlich in die aus heimischem Sandstein erbaute Kirche einziehen konnte.

Nach dem Lied „O heiliger Geist, kehr bei uns ein und lass uns deine Wohnung sein“ weihte Generalsuperintendent Nebe gemeinsam mit den Geistlichen der Kreissynode das Gotteshaus.

Geschenk von der Kaiserin

Am 17. Dezember 1891 traf noch ein Geschenk aus Berlin in Silschede ein. Kaiserin Auguste Victoria schenkte der Gemeinde eine Bibel mit persönlicher Widmung, die sich heute im Altarraum der Kirche befindet. Auguste Viktoria Friederike Luise Feodora Jenny von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg war die Gemahlin von Wilhelm II. und damit die letzte deutsche Kaiserin und Königin von Preußen. Ihre Familie residierte übrigens auf Schloss Primkenau im Landkreis Sprottau. Sprottau ist heute die Partnerstadt von Gevelsberg. Das hätte sich damals noch niemand vorzustellen gewagt.

Auch heute noch ist die Silscheder Kirche das Wahrzeichen des Dorfes, von weither ist sie sichtbar, egal aus welcher Richtung man nach Silschede kommt. Ziel von allen Gevelsbergern ist das Gotteshaus immer in der Adventszeit. Die Budenstadt rund um die Kirche ist dann ein sehr romantisches, vorweihnachtliches Bild.