Sicherere Straßen durch Rauschbrillen-Blick

Schwelm..  Die Zahl an Verkehrsopfern geht zwar seit Jahren kontinuierlich zurück, doch verlieren noch immer jährlich rund 3600 Menschen auf deutschen Straßen ihr Leben. Sich mit dieser Gefahr auseinanderzusetzen, kann Leben retten. Deshalb bietet die Berufsgenossenschaft für Holz und Metall mit Sitz am Bandwirkerweg in Schwelm für ihre Mitgliedsbetriebe regelmäßig Seminare zur Verkehrssicherheit an.

Gang durch den „Promille-Parcours“

So fanden anlässlich des Tages der Verkehrssicherheit in der BGHM-Bildungsstätte am Bandwirkerweg mehrtägige Infoveranstaltungen unter dem Motto „Gut und sicher fahren“statt. Dabei erhielten die gut hundert aus ganz Deutschland angereisten Teilnehmer nicht nur wichtige Informationen zu Fahrsicherheit und Unfallprävention, sondern durften sich auch praktischen Reaktionstests unterziehen.

So hatte die Genossenschaft einen großen „Promille-Parcours“ aufgebaut, den die rund 20-köpfigen Einzelgruppen durchlaufen durften. Dabei bekam ein Jeder eine Reaktion, Wahrnehmung und Gleichgewichtsgefühl einschränkende „Rausch-Brille“ aufgesetzt und musste bestimmte Bewegungsaufgaben wie gradliniges Gehen, Kistensteigen, Zielwerfen oder Fernlenkauto-Steuern lösen.

„Wir machen das mit Brillen, die 0,8 und 1,5 Promille simulieren sollen und wollen zeigen, wie stark Alkohol die Fahrtüchtigkeit beeinflussen kann“, erklärt Seminarleiter Ralf Schulz. „Das hätte ich mir nicht so schwer vorgestellt“, scheitert eine junge Teilnehmerin schon beim Gradeausgehen, während ein Kollege einen Frontalunfall mit dem Fernlenkauto hat. Geselligkeit und Spaß der dynamischen Gruppenarbeit sind groß, doch kommt der ein oder andere so doch ins Grübeln, welch große Einschränkungen „Alkohol am Steuer“ mit sich bringen können.

Weitere Themen des Verkehrssicherheits-Seminars, das in ein allgemeines Arbeitsschutz-Seminar „Gesundheit und Inklusion“ eingebettet ist, waren Gurtsicherheit, die Wichtigkeit einer möglichst freien und sauberen Windschutzscheibe und Übermüdung am Steuer im Straßenverkehr. Zu letzterem Punkt zählt auch die Einhaltung von „bewegten Pausen“ während längerer Fahrten. Dazu war die Schwelmer Physiotherapeutin Heike Arnold zu Gast und zeigte den Arbeitnehmern hilfreiche Gymnastikübungen zur Entlastung von Rücken, Beinen und Armen.

„Jeder zehnte Unfall ist ein Wegeunfall, der also auf dem Hin- oder Rückweg zum Arbeitsplatz passiert“, informiert BGHM-Pressesprecher Thomas Ulmer und ergänzt, dass Versicherungszahlungen und Krankheitsausfälle auch für einen Betrieb große finanzielle Belastungen darstellen würden. Grade in den Sommermonaten sei die Unfallgefahr am größten, so Thomas Ulmer.