Selbst der Rockmusik-Fan ist von Martfeld-Klassik fasziniert

Schwelm..  Frühlingshafte Klänge im Haus Martfeld. Das Frühlingskonzert der Martfeld-Klassik erwies sich als absolute Wohltat fürs Gemüt und verzeichnete mit mehr als 60 Gästen einen gut gefüllten Konzertsaal. „Eine sehr erfreuliche Resonanz, mit der nach den Vorverkaufszahlen nicht zu rechnen war“, resümierte Boris Schmittutz vom städtischen Kulturbüro.

Viele Hintergrundinformationen

Das große Interesse sollte schließlich auch belohnt werden. Violinist Liviu Naegu-Gruber, Cellistin Karin Hijssen-Neumeister, Pianistin Sigrid Althoff und Sängerin Christiane Linke entführten die Gäste auf eine musikalische Frühlingsreise. So fand sich das Thema der aufblühenden Jahreszeit in Mozarts „Komm lieber Mai“, van Beethovens „Frühlingssonate“, Schuberts „Im Frühling“, Mendelssohns „Frühlingslied“ und Piazzollas „Der Frühling“ wieder. Ergänzt wurde der Konzertabend durch klassische Werke von Antonin Dvorak, Richard Strauss, Johann Nepomuk Hummel und Georges Boulanger.

Fröhliche, harmonische und intensive Klänge begeisterten die Zuhörer, wobei Farbenpracht der Pflanzen-Wandgemälde und Fensterausblick hinaus ins satte Grün des Schlossparks das stimmungsvolle Frühlingsbild verstärkten.

Neben den drei bekannten Instrumentalisten begeisterte die starke Stimme Christiane Linkes, die in imposantem violettfarbenen Kleid auftrat. Der 33-jährige Martfeld-Neuling aus Haan ist als festes Ensemblemitglied am Theater Bielefeld engagiert, ist als Sängerin in den Bereichen Oper, Operette, Musical und Chanson aktiv und stand bereits mit den Wuppertaler Symphonikern sowie den Duisburger Philharmonikern auf der Bühne.

Für die Hintergrundinformationen der frühlingshaften Darbietungen zeichnete einmal mehr Frontmann Liviu Naegu-Gruber, musikalischer Leiter des „Martfeld-Quartetts“, verantwortlich und informierte stets über musikalische Besonderheiten der Stücke. So erfuhren die Gäste, dass Mozarts „Komm lieber Mai“ eigentlich nicht als Frühlings-, sondern als Winterstück gedacht war, um die Vorfreude auf den Frühling zu betonen. Ferner, dass die anspruchsvollen „Rausschmeißer“ von den Komponisten bewusst fröhlich gewählt worden seien, um die Hörer mit einem zufriedenen Gefühl zu verabschieden.

Martfeld Klassik macht Sommerpause

Nach insgesamt elf „Frühlingsschüben“ war das schließlich auch beim Schwelmer Publikum gelungen. So war es auch bei Zuhörer Achim Lohr der Fall, der sich als eigentlicher Rockmusik-Liebhaber seit einiger Zeit auch für Klassik interessiert. „Mich fasziniert, dass diese Musik die Leute auch noch nach 200, 300 Jahren anspricht und berührt. Fraglich, ob das auch bei der heutigen Musik irgendwann noch der Fall sein wird“, sinnierte der Schwelmer am Rande des Konzerts.

Nachdem sich die Martfeld-Klassik nun in die Sommerpause verabschiedet und erst wieder im Herbst fortgesetzt wird, wartet die Martfeld-Kulturbühne als nächstes mit dem Theaterstück „50 oder die junge Kunst des Alterns“ auf. Dazu wird am kommenden Donnerstag, 28. Mai, ab 19.30 Uhr das Wittener „Theater a parte“ auf der Bühne stehen.