Scorpions treffen auf Herbert Grönemeyer

Besser geht es kaum: Die Spitzenmusiker bringen das Ibach-Haus bei der L.A.-Session zum Kochen.
Besser geht es kaum: Die Spitzenmusiker bringen das Ibach-Haus bei der L.A.-Session zum Kochen.
Foto: WP

Schwelm..  Das Ibach-Haus bebte vor Begeisterung und ließ Jung und Alt gemeinsam abfeiern. 350 Musikfans folgten dem Aufruf der „Marvin Jones Band“ und ließen den Konzertraum aus allen Nähten platzen. Dabei fiel die Musikerwahl zur ersten „L.A.-Session“ des Jahres diesmal ganz besonders spektakulär aus.

Mit den Sängerinnen Simone Stiers und Irina Milovanova, Gitarrist Pit Hupperten, Bassist Rolf Dieter Mayer, Eike Drück am Saxofon und Schlagzeuger Pitti Hecht gelang es, geballte Musik-Prominenz nach Schwelm zu holen, die schließlich das erwartete Feuerwerk abbrannte. „Hintergrund unserer Sessions ist es, Musiker auf die Bühne zu bringen, die alle schon mal zusammen mit ganz großen Stars aufgetreten sind“, erklärt Organisator Jörg Hedtmann sein Erfolgsmodell und hatte einmal mehr seine weitreichenden Verbindungen innerhalb der Musikerszene exzellent genutzt.

Jörg Hedtmann trommelt selbst

Anlässlich des 10-jährigen Bestehens von Hedtmanns „Marvin Jones Band“ hatte der musikalische Leiter zur 16. Auflage besonders gut seine Kontakte spielen lassen. So standen an diesem Abend prominente Namen wie Whitney Houston, Joe Cocker, Ronan Keating, Sarah Connor, Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg, Udo Jürgens und die Scorpions im Raum. Mit diesen Künstlern hatten die vier Instrumentalisten während ihrer bisherigen Karrieren bereits zusammen gespielt. Dass schließlich auch Jörg Hedtmann selbst zu einem Einsatz als Percussionist kam, war der Verspätung von Scorpions-Schlagzeuger Pitti Hecht geschuldet. Die bunt durcheinandergemischte Band traf sich an diesem Abend zum ersten Mal, hatte zuvor noch nie zusammengespielt und nur eine Stunde gemeinsam geprobt.

Doch es sollte sich schnell zeigen, dass solch erfahrene Musiker kaum Proben brauchen. Wie es sich für eine Session nach amerikanischem Vorbild gehört, wurde frei und spontan und nicht nach Noten gespielt. So heizten die Vollblutmusiker dem Publikum von Beginn an mit großer Spielfreude ein.

Alle Generationen vertreten

Bekannte Rock-, Pop und Jazzklassiker der Musikgeschichte wurden performt, bereichert durch freie Spiel- und Gesangsinterpretationen und fetzige Solos. „Das hat richtig Spaß gemacht und sich absolut gelohnt, hierhin zu kommen“, fand Besucher Jürgen Schmitz, für den es der allererste, aber sicherlich nicht der letzte Besuch bei den „L.A.-Sessions“ im Ibach-Haus gewesen ist. Auch Ehefrau Birgit war voll des Lobes für die generationsübergreifende Veranstaltung: „Da war wirklich für jeden etwas dabei. Außerdem hat man den Musikern richtig angesehen, wie viel Spaß sie hatten.“

Die gute Laune sollte sich auch aufs Publikum übertragen, das je nach Gusto tanzend, klatschend oder singend mitging. Beeindruckend war dabei das bunt gemischte Altersspektrum, das sich zuweilen auch in der Getränkewahl widerspiegelte. Vom jungen Flaschenbier-Konsumenten, über den Wein-Genießer bis hin zum mit Sekt ausgestatteten Damen-Kränzchen fand sich alles in der Kulturfabrik ein. Was alle verband war die Musik, so dass ein Jeder auf seine Kosten kam.

Veranstaltung komplett ausverkauft

Der Auftakt-Song „All about the Money“, gesungen von der stimmgewaltigen Wetteranerin Simone Stiers, diente dabei als Wachmacher und verdeutlichte zugleich den Background des Benefizevents. Denn wie es bei allen „L.A.-Sessions“ der Fall ist, kam der Erlös auch diesmal wieder einem karitativen Zweck zu Gute.

„Ein paar Restkarten waren noch zu haben und die sind dann an der Abendkasse auch weggegangen“, freute sich Jörg Hedtmann über ein ausverkauftes Haus.

Bereits 14 750 Euro für guten Zweck

Um dann zu verraten, dass im Laufe der 16 Sessions bereits insgesamt 14 750 Euro gesammelt werden konnten und der Spendenerlös diesmal dem Kinderschutzbund zu Gute kommt.

Session-Fans müssen nun eine Sommerpause verschmerzen, doch für Herbst ist eine Fortsetzung des Erfolgsformats geplant.