Schwelmer machen Stadt ein wenig sauberer

An der Aufräumaktion in der Stadt
An der Aufräumaktion in der Stadt
Foto: WP

Schwelm.. Hunderte Kinder, Jugendliche und dutzende Bürger sorgten vergangene Woche dafür, Teile der Stadt vom Müll zu befreien. Die Aktion hat Vorbildcharakter, denn es gibt in der Kreisstadt an einigen Stellen wilde Müllkippen. Unter den Fundstücken tauchten auch einige kuriose Gegenstände auf.

„Man wundert sich, was die Leute so alles fallen lassen“, sagt Cora Karafillidis. Sie ist am Samstag mit ihren beiden Söhnen und deren Schulfreunden zum Wilhelmsplatz gekommen. Und tatsächlich: Schaut man mit offenen Augen ins Gebüsch an Gehwegen oder manche Parkplätzen, dann ist dieser oftmals übersät von achtlos weggeworfenem Müll. Visitenkarten, Verpackungsmaterial diverser Fast-Food-Ketten oder einfach die leere Zigarettenschachtel – all diese Dinge finden offensichtlich nicht den Weg in den Mülleimer. Dutzende Helfer folgten unter anderem deshalb dem Aufruf der Stadt Schwelm mit Unterstützung vieler Einzelhändler, um zweieinhalb Stunden kräftig aufzuräumen.

„Ich habe fünf Cent gefunden“, ruft ein Kind lautstark über den Platz und steckt das Geldstück freudestrahlend in seine Hosentasche. Die Helfer fallen auf: Gelbe Warnwesten, Greifer für den Müll, Handschuhe und ein Müllsack sind die Utensilien, mit denen es an die oftmals arglos weggeworfenen Gegenstände geht. „Containerstandorte sind Müllschwerpunkte“, sagt Fabian Winkelsträter vom Fachbereich Abfallwirtschaft der Technischen Betriebe Schwelm. Insgesamt fahren Winkelsträter und seine Kollegen mehr als fünfzig Abfallstellen an. Brennpunkte für illegale Müllentsorgung. Deshalb wird beispielsweise jeden Tag unter anderem der große Parkplatz am Hallenbad angesteuert. „Wir können nicht überall sein und sind auf die Mithilfe von Bürgern durch fachgerechte Entsorgung angewiesen“, weiß der Experte, „das Risiko erwischt zu werden, würde ich nicht in Kauf nehmen.“

Lob und Tadel für Bürger

Bereits Mitte Juni hatten schon 100 Schüler der Grundschule Engelbertstraße das Thema rund um Müll und die richtige Mülltrennung im Sachkundeunterricht behandelt. Auch der Schulhof und die Umgebung wurden selbstverständlich fachgerecht von Unrat befreit. Vergangenen Freitag folgten 150 Schüler des Märkischen Gymnasiums, die ebenfalls im Schulviertel säuberten. Drei Mülltüten kamen von den Grundschülern zusammen, zehn von den Gymnasiasten. Viel Kurioses wurde dabei auch unter den Müllgegenständen gefunden. „Eine ungeöffnete Schnapsflasche haben wir im Gebüsch gefunden“ sagt Lukas Falkenrath. Gerade säubert er mit seinen Freunden das Bahnhofsgelände. Er ist dem Aufruf der „EN Baskets Schwelm“ zu dieser Aktion gefolgt. Sogar ein Fahrrad ziehen die Basketballer aus dem Gebüsch. Ein wenig Resignation stellt sich aber hier nach zwei Stunden ein. „Alles bekommt man in dieser Zeit nicht weg“, sagt Falkenrath.

Die Aktivisten für eine saubere Stadt ohne Müll verteilen zudem auch Karten für „Lob und Tadel“. Lobeskarten werden in die Briefkästen der Bürger geworfen, die auch ihren Bürgersteig sauber halten. Eine Ermahnung bekommen diejenigen, vor deren Haustür noch ein wenig Nachholbedarf besteht. Grundsätzlich ist nämlich jeder Anwohner bis zur Straße dafür verantwortlich, dass auch die Gehwege frei von Müll gehalten werden. „Mit der Aktion möchten wir ein Umdenken in den Köpfen der Bürger erreichen“, sagt Organisatorin Jutta Voß-Müller. Gemeinsam hatte sie mit dem Bürgermeister diese Aktion vor sechs Jahren ins Leben gerufen. Am Ende eint aber alle Aktiven das Gefühl, etwas Gutes für die Umwelt und die Gemeinschaft getan zu haben.