Schwelmer (28) stirbt bei Küchenbrand

Unter schwerem Atemschutz drang die Feuerwehr in die Wohnung ein - hier ein Symbolbild.
Unter schwerem Atemschutz drang die Feuerwehr in die Wohnung ein - hier ein Symbolbild.
Foto: WP

Gevelsberg..  Eine Tragödie ereignete sich am Samstagabend in einem Mehrfamilienhaus am Ochsenkamp. Nach derzeitigem Erkenntnisstand der Polizei starb ein 28 Jahre alter Schwelmer, weil durch einen technischen Defekt des Kühlschranks ein Feuer in der Küche ausbrach. Die Feuerwehr rettete den bewusstlosen Mann zwar lebend aus seiner Wohnung, er erlag jedoch kurze Zeit später im Krankenhaus den Folgen einer schweren Rauchvergiftung.

Was genau geschehen ist, werden die Brandermittler der Kriminalpolizei erst in den nächsten Tagen herausfinden. So viel steht fest: Ein aufmerksamer Bewohner hatte Brandgeruch wahrgenommen und sich daraufhin auf die Suche nach dem Feuer gemacht. Flammen sah er nicht, dafür aber Rauch, der aus einem Fensterschlitz in der Erdgeschosswohnung heraus quoll. 19.52 Uhr ging der Notruf bei der Feuerwehr ein. Die handelte sofort und schickte unter Leitung des Brandoberinspektors Thorsten Bertram zwei Trupps unter schwerem Atemschutz ins Haus: einmal durch ein Fenster an der Rückseite und durch die Wohnungstür.

Reglos im Wohnzimmer gefunden

Weil niemand öffnete, verschafften sich die Feuerwehrkräfte gewaltsam Zugang. In der vollkommen verqualmten Wohnung fanden sie dann den regungslosen Mann im Wohnzimmer liegen und brachten ihn ins Freie. Nach der Erstversorgung an der Einsatzstelle wurde er in Begleitung eines Notarztes in ein Wuppertaler Krankenhaus gebracht. Trotz Reanimationsmaßnahmen starb der Schwelmer kurze Zeit später.

Die Wohnung wurde unterdessen erneut von den Feuerwehrkräften durchsucht, eine weitere Person wurde jedoch nicht mehr gefunden. Das Feuer in der Küche konnte mit einem C-Rohr schnell gelöscht werden. Während einige der Einsatzkräfte mit dem Brand beschäftigt waren, wurde das Mehrfamilienhaus geräumt.

Damit der Rauch aus der Wohnung nicht das gesamte Treppenhaus einnebeln konnte, wurde ein sogenannter Rauchstopp, eine Art Vorhang, im Türrahmen befestigt. Außerdem kam ein Belüftungsgerät zum Einsatz, um den Fluchtweg durch das Treppenhaus frei zu halten. Nachdem alle Menschen auf Anweisung der Feuerwehr das Haus verlassen hatten, wurden zudem sämtliche Wohnungen überprüft. Ein weiterer Brandherd wurde aber nicht entdeckt.

33 Einsatzkräfte vor Ort

Auf Anfrage teilte die Feuerwehr mit, dass sich wohl Brandmelder in der Wohnung befunden haben, diese aber keinen Alarm geschlagen hätten. Die Polizei konnte dazu gestern keine Angaben machen.

Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit 33 Einsatzkräften und neun Fahrzeugen vor Ort. Eingesetzt waren ehrenamtliche Kameraden der Löschzüge Stadt und Winterberg, der Einsatzleitdienst sowie die hauptamtliche Wachbesetzung. Um 21.35 Uhr rückte die Feuerwehr wieder ab.