Schwelme speiste einst Gondelteich

Die Schwelme ist eines der am stärksten verschmutzten Gewässer im Bereich des Wupperverbandes – und daran wird sich auch nichts ändern. Über den gesamten Flussverlauf (neun Kilometer) kommt die Schwelme auf eine Gewässergüte der Klasse III. Das teilte der Wupperverband mit. Fünf Klassen gibt es, III ist eher schlecht.

Doch die Güte schwankt. Im naturbelassenen Oberlauf, die Quelle liegt im Süden Schwelms, hat das Gewässer die Klasse II, ehe es im Innenstadtbereich in die Verrohrung fließt und für 1,5 Kilometer unterirdisch weitergeführt wird. Ab da und bis zur Mündung in die Wupper in Oberbarmen erreicht das Gewässer nur noch die Güteklasse III.

Da hat es auch nichts genützt, dass der Wupperverband vor Jahren den oberirdischen Abschnitt zwischen Kohlenstraße und Autobahnbrücke, ab wo die Schwelme wieder unterirdisch und verrohrt weitergeführt wird, aufwändig renaturiert hatte. Jede Verrohrung führt automatisch zu einer schlechteren Gewässergüte, und eine Verbesserung ist nur möglich, wenn sich das Gewässer oberirdisch entwickeln kann.

Da dies bei der Schwelme nicht der Fall ist und auch in absehbarer Zukunft nicht anders sein wird, hält der Wupperverband eine Verbesserung der Gewässergüte für ausgeschlossen. Viele Schwelmer dürften aus Erzählungen wissen, dass die Schwelme einst die Gondelteiche des Vergnügungslokals Schnupftabaksmühle speiste. Es befand sich an der Stelle, an der heute das Klärwerk steht.

Das Werk wurde 1908 eröffnet. Und bis in die 70er-Jahre hinein nutzte das Freibad Schwelm das Wasser der Schwelme.