Schwelm zweimal erfolgreich bei Wettbewerb

Schwelm..  Schwelm gehört gleich zweimal zu den Gewinnern des renommierten Landeswettbewerbs „Orte des Fortschritts“. „Ehrenamtlicher Sozialdienst“ und „Schwelmer Modell“ werden mit 29 weiteren Einrichtungen mit diesem Titel geehrt.

Am kommenden Montag nehmen die Schwelmer Preisträger in Düsseldorf am 1. Netzwerktreffen zwischen Vertretern von schon ausgezeichneten und von neuen „Orten des Fortschritts“ teil. An der Veranstaltung werden auch Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, Wirtschaftsminister Garrelt Duin und Städtebauminister Michael Groschek teilnehmen.

Seit 2011 hat die NRW-Landesregierung 38 „Orte des Fortschritts“ ausgezeichnet. Gewürdigt werden Projekte, die das Leben der Menschen spürbar verbessern. Mit der Auszeichnung will die Landesregierung qualitativen Fortschritt ‚made in NRW‘ sichtbar machen. Sie soll Anerkennung und Ansporn sein sowie eine Vernetzung der Initiativen und Projekte in NRW erleichtern. „Sie sind Vorbilder, die zeigen, wie wir gesellschaftlichen Fortschritt gestalten können“, sagte Städtebauminister Michael Groschek.

So hatte die Stadtverwaltung Schwelm den „Ehrenamtlichen Sozialdienst“ als Beitrag gemeldet, und Mechthild Hellermann als Gründerin und Geschäftsführerin des „Schwelmer Modells“ das von ihr gegründete Therapiezentrum für Patienten mit Neurodermitis und Allergien. Wie man sich denken kann, ist die Freude groß bei den Gewinnern.

Bürgermeister Jochen Stobbe, Vorsitzender der ARGE: „Unser ehrenamtlicher Sozialdienst ist ein ,Ort des Fortschritts’ im Sinne des ,Fortschreitens’ einer sozialen Idee, die sich stets modernen Entwicklungen angepasst hat. So hat sich diese Institution in den bald 70 Jahren ihres Bestehens mehrfach neu erfunden, um immer nah an den Menschen zu sein. Auch in ihrer aktuellen Ausprägung ist sie gelebte Nachbarschaft.“

Mechthild Hellermann: „Dieser Preis bestätigt unser jahrzehntelanges Wirken. Unser Therapiekonzept Schwelmer Modell ist einzigartig – deutschlandweit und vermutlich sogar europaweit. Mit diesem Konzept gelingt es, den an Neurodermitis und anderen allergischen Erkrankungen Leidenden einen Weg anzubieten und sie dabei zu begleiten, der ihnen zu der Erkenntnis verhilft, welche Faktoren im Einzelnen beachtet und positiv beeinflusst werden können und müssen, um Verstärkungen der Krankheit zu verhindern.

Die Auszeichnung durch das Land bestärkt uns und gibt uns weiteren Rückenwind“.

Ehrenamtliche Sozialdienst

Die Struktur der ehrenamtlichen Sozialpflege geht auf die Nachkriegszeit zurück, als die Verantwortlichen der Stadt unzählige helfende Hände benötigten, die in den einzelnen Vierteln Menschen in großer Not halfen. So wurde der ehrenamtliche Sozialdienst in Schwelm 1947 gegründet. Die heute in Schwelm aktiven Sozialpflegerinnen und –pfleger sind über 13 Sozialbezirke mit mehr als 3300 Seniorinnen und Senioren im Kontakt. Sie erfüllen eine Frühwarnfunktion, indem sie einen Hilfebedarf im hauswirtschaftlichen oder pflegerischen Bereich erkennen.

Schwelmer Modell

Das Schwelmer Modell entstand aus der Idee der Selbsthilfe im November des Jahres 1987. Ganz schnell entstand viel mehr daraus – nämlich das Therapiekonzept Schwelmer Modell. Hier werden Neurodermitis- und Allergie-Patienten sowie ihre Familien in einem erfolgreichen systematischen Vorgehen mit interdisziplinärer Betreuung behandelt.

Zugrunde liegt dem Projekt die Idee, dass Neurodermitis – wie auch andere allergisch bedingte Erkrankungen – multifaktoriell bedingt ist; heißt: durch viele verschiedene Faktoren gefördert wird. Die Antwort auf solche Arten von Erkrankungen kann nicht ausschließlich in einer symptom-orientierten Behandlungsweise mit symptom-unterdrückenden Medikamenten liegen.

Inzwischen kommen Menschen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus (zum Beispiel aktuell Holland, England) in die Kreisstadt Schwelm, wenn sie nicht länger bereit sind, die genannten Erkrankungen einfach zu ertragen oder wenn sie die Nebenwirkungen von Medikamenten zur Symptomunterdrückung bereits deutlich spüren.