Schüler-Kissenschlacht für mehr Freiräume

Schwelm..  Immer mehr Schüler sind gestresst, persönliche Freiräume werden geringer. Symbolisch kämpften nun rund 200 Schülerinnen und Schüler des Märkischen Gymnasiums Schwelm für ihre Freiräume.

Mit der Aktion „Freiräume“ war die Landessportjugend Nordrhein-Westfalen am Gymnasium in der Kreisstadt zu Gast. Kathrin Müller-Dahmen, Jugendbildungsreferentin der EN-Sportjugend, moderierte die Aktion und machte auf die veränderte Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen in Zeiten von Turboabi aufmerksam. „Wir wollen mit dieser Aktion dafür kämpfen, dass es Zeit zur freien Verfügung und Orientierung gibt“, erklärt Kathrin Müller-Dahmen. Zeit, die sich die meisten Gymnasiasten dringend wünschen. Schülervertreter Robin weiß, „das insbesondere die Kleinen sehr belastet sind.“

Schüler aufgrund des enormen Schulstoffs zunehmend belasteter

250 Kissen hat die Sportjugend NRW mitgebracht, auf ihnen haften jeweils drei Streifen, die beschriftet werden können. „Wann schafft ihr Euch wie und wofür Euren nächsten Freiraum“, fragt Müller-Dahmen und gibt damit den Startschuss für die Beschriftung der Klebestreifen. Für Nick ist die Antwort klar. „Wann? Am liebsten sofort“, notiert der Sechstklässler. Auch seine Mitschüler sehen das genauso. Der Endspurt bis zu den Sommerferien ist besonders stressig. Daher der Wunsch von Allen, Zeit zum Spielen, Freunde treffen und entspannen.

Bürgermeister Jochen Stobbe, stellvertretender Landrat Jörg Obereiner, Schülervertreter Robin und Lehrer Wolfgang Rauhaus diskutierten in einer Talkrunde die Problematik. Wolfgang Rauhaus gestand ein, „dass die Schüler aufgrund des enormen Schulstoffs zunehmend belasteter sind.“ Gleichzeitig hänge dies aber auch immer von der jeweiligen Leistungsfähigkeit des Schülers ab, so Rauhaus weiter. „Schüler müssen Zeit für einen Ausgleich und für Sport finden“, forderte Bürgermeister Jochen Stobbe und erntete spontanen Applaus von den Schülern.

In einer symbolischen Kissenschlacht schufen sich die Schüler anschließend auf dem Pausenhof in der Präsidentenstraße ihren eigenen Freiraum. Zum Abschluss der Aktion unterschrieben alle teilnehmenden Schüler noch auf einem Lego-Baustein. Wenn die Aktion beendet ist, sollen rund 50 000 unterschriebene Steine an die zuständigen Politiker in Düsseldorf übergeben werden. „Vielleicht tut sich dann was“, so die Hoffnung von Kathrin Müller-Dahmen.