Schlangeneinsatz am Kinderspielplatz in Ennepetal

Ennepetal..  Sommerzeit ist Schlangensaison. Die Feuerwehr Ennepetal musste am Montag bereits zum zweiten Mal in den vergangenen drei Wochen zu einem Schlangeneinsatz ausrücken. Besorgte Eltern hatten den Notruf gewählt, weil sie auf einem Kinderspielplatz an der Hagener Straße ein Nest vermuteten. Letztlich waren es zwei Blindschleichen und eine Ringelnatter, die sich zusammen in einem Baumstamm verkrochen hatten.

Die Ringelnatter ist in diesen Breiten die am häufigsten vorkommende Schlange. Sie ist nicht gefährlich, sondern selbst gefährdet. Dennoch kann eine Begegnung furchteinflößend sein: Sie stinkt und kann lautstark fauchen, weiß Feuerwehrhauptbrandmeister Carsten Rösner. „Sie beißen in der Regel aber nicht“, erklärt Dr. Britta Kunz, die Leiterin der Biologischen Station im Ennepe-Ruhr-Kreis. Die wurde von der Feuerwehr ebenso wie das Umweltamt bei dem Einsatz hinzugezogen. Giftige Schlangen sind in diesen Breiten nicht vertreten, jedoch könne man nie sicher sein, erklärt Feuerwehrmann Rösner. Es könnte ja eine aus einem Terrarium ausgebüxt oder von einem Schlangenhalter einfach ausgesetzt worden sein. Doch das sei glücklicherweise eher selten der Fall.

Dr. Cordula Tomaschewski vom Ennepetaler Umweltamt rät allen, die Schlangen sichten und unsicher sind, die Feuerwehr zu rufen. „Ringelnattern erkennt man an dem charakteristischen gelben Halbmond, der rechts und links seitlich am Hinterkopf zu sehen ist.“

Sie würden aber nicht angreifen, sondern sich eher tot stellen, auf den Rücken werfen und die Zunge raushängen lassen, weiß Dr. Britta Kunz. Für sie ist es eher ein gutes Zeichen, wenn diese Tiere auftauchen. „Das zeigt, dass dort die Natur noch in Ordnung ist.“ Auch die erste Schlangenmeldung wurde im eher ländlichen Bereich gemacht, an der Hans-Sachs-Straße. Hier war es aber nur eine Echse, die für Wirbel sorgte, nämlich eine harmlose Blindschleiche.

Die beiden Blindschleichen und die Ringelnatter von der Hagener Straße wurden übrigens in Hasperbach, nahe der Talsperre, ausgesetzt. Dort wird sich die Ringelnatter sehr wohl fühlen. Sie frisst nämlich am liebsten Frösche und Amphibien.