Das aktuelle Wetter Ennepetal 16°C
Chöre in Ennepetal

Sängerbund ist nun Geschichte

11.11.2011 | 18:45 Uhr
Sängerbund ist nun Geschichte
Sängerbund Voerde Weihnachtskonzert Johanniskirche Foto: Joe Schöler 14.12.2008

Ennepetal.  Wieder stirbt ein Chor: Ende dieses Jahres wird es nach 134 Jahren den Männergesangverein Sängerbund Voerde nicht mehr geben. Gesungen wird jetzt schon nicht mehr. Die Traditionsfahne und verbliebene Unterlagen werden im Stadtarchiv der Nachwelt erhalten bleiben.

Wieder stirbt ein Chor: Ende dieses Jahres wird es nach 134 Jahren den Männergesangverein Sängerbund Voerde nicht mehr geben. Gesungen wird jetzt schon nicht mehr. Die Traditionsfahne und verbliebene Unterlagen werden im Stadtarchiv der Nachwelt erhalten bleiben.

Der Sängerbund Voerde trat seit 1977 (man feierte das Hundertjährige) jährlich mit einem Weihnachtskonzert in der Voerder Johanneskirche an die Öffentlichkeit. Populäre, aber auch schwierige Chorstücke ließen der langjährige Dirigent Alfons Bötzel und seit fast zehn Jahren Nachfolger Klaus Heckmann singen. Und immer waren die Zuhörer fasziniert. Sie verließen das Konzert mit Weihnachtsstimmung im Herzen.

Kreis der Sänger ohne Nachwuchs

Doch Nachwuchs erhielt der Kreis der Sänger so gut wie nie. Werbeaktionen waren erfolglos. „Zuletzt waren wir zu sechs Leuten“, sagt Vorsitzender Dieter Ehrenthal, der in Ennepetal auch den Stadtverband der Chöre leitet. „Wir können nicht mehr auftreten“, ergänzt er. Regelmäßig wollen sich nun die Übriggebliebenen zum „Erinnerungsbier“ in der Gaststätte Brinkmann treffen. Dort wurde auch zuletzt noch geprobt, weil das langjährige Vereinslokal „Wiemer Hof“ auch nur noch Geschichte ist. Vorsitzender Dieter Ehrenthal singt jetzt im Männergesangverein „Eintracht“ Kotthauser Höh, einige Sängerbund-Leute werden in Remscheid oder in Wuppertal-Cronenberg ihrem Hobby frönen. Der Grund liegt nahe: Klaus Heckmann leitet dort Chöre.

Heckmann war nicht nur als Chorleiter dem Sängerbund Voerde eng verbunden. Seit 1958 ist er schon Mitglied, war sechs Jahre Vorsitzender, stellvertretender Vorsitzender und auch Vize-Chorleiter. Dieter Ehrenthal ist seit 28 Jahren Vorsitzender des Sängerbundes, in dem er im Alter von 19 Jahren eintrat.

Der 1877 gegründete Chor zählte Jahrzehnte zum Kulturleben in Voerde. Erster Chorleiter war Willi Tönsmann. Als sich der Arbeitergesangverein in Voerde in der Zeit der Nazi-Diktatur auflösen musste, traten viele der Mitglieder in den Sängerbund über. Viel weiß man nicht mehr über das Chorleben vor dem Zweiten Weltkrieg. Folgen des Krieges mit der nachfolgenden Besetzung Voerdes haben die Vereinsunterlagen vernichtet.

Nach dem Krieg wurde wieder gesungen. Der Sängerbund blühte auf. Alfons Bötzel formte den Chor. Später wurde fast bei jedem Auftritt das Lied „Mein Voerde“ angestimmt. Es war extra für den langjährigen Sänger Hermann Epking geschrieben worden. Des Sängers Enkelin Dr. Simone Epking trat übrigens als Gesangssolistin in einem der Weihnachtskonzerte des Sängerbundes auf.

Die Anzahl der Chöre in Ennepetal wird weniger. Wie Dieter Ehrenthal kürzlich vor dem Kulturausschuss der Stadt sagte, sind jetzt im Stadtverband Ennepetaler Chöre nur noch elf Chöre registriert. Davon ruht die Arbeit eines Chores. Es ist der traditionsreiche Männerchor Friedenshöhe in Milspe. Ehrenthal schilderte „das soziale Singen“ in Altenheimen und die Veranstaltung „Maieinsingen“.

Hans-Jochem Schulte

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6067100/create

Aktuelle Fotos und Videos
Finale, Jubel und Siegerehrung beim Pfingstturnier in Ennepetal
Bildgalerie
Spax Cup 2012 Finale
Tolle Spiele bei den Finalspielen im Bremenstadion
Bildgalerie
Spax Cup 2012 Montag
Ein toller Pfingstsonntag mit Fußball und ZumbaBremenstadion
Bildgalerie
Spax Cup 2012 Sonntag
Super Sommerwetter lockte tausende ins Bremenstadion
Bildgalerie
Spax Cup 2012 Samstag
Aus dem Ressort
Talente nicht nur auf dem Platz gesucht
Unternehmerforum
Der TuS Ennepetal hat mit seinem ersten Unternehmerforum im Rahmen des Internationalen Pfingstturniers eine neue Brücke zwischen Wirtschaft und Fußball geschlagen.
Eine leidenschaftliche Frau gibt sich die Ehre
Ennepetal
Von der Wand lächelt aus dem roten Bilderrahmen Hund Mona, Aktenberge türmen sich auf dem Schreibtisch und mitten im Büro steht der Rollator. Den braucht die 54-Jährige genauso wie tausend Formulare und Akten für ihre Arbeit im Rathaus. Denn Sabine Hofmann, Gleichstellungs-, Senioren- und...