Rollenwechsel im Leo Theater

Skurriles Gruppenbild: v.l.: Marc Neumeister, Petra Reimann, Thorsten Hamer und Frank Passmann.
Skurriles Gruppenbild: v.l.: Marc Neumeister, Petra Reimann, Thorsten Hamer und Frank Passmann.
Foto: WP

Ennepetal..  „Die Zuschauer sollen mit einer besseren Stimmung nach Hause gehen, als sie zuvor den Saal betreten haben.“ Das verspricht sich Thorsten Hamer von einem Besuch im Leo Theater. Auch wenn sich in den vergangenen Wochen einiges verändert habe, dieses Ziel bleibe, betont der künstlerische Leiter. Dafür soll auch Marc Neumeister sorgen, der als Hamers Stellvertreter erstmals die Regie übernimmt. Die nächste Premiere am Freitag, 12. Juni, hätte nicht passender sein können - und das in mehrfacher Hinsicht.

Das Stück heißt „Alles hat seine Zeit“ und ist eine Komödie von Frank Pinkus, dem Mann, den Thorsten Hamer jetzt auf die Bühne nach Bremen geholt hat. „Wir wollten schon immer einmal zusammen spielen. Wir haben die selbe Idee von Theater“, sagt Hamer. Eine Gelegenheit, erstmals gemeinsam auf der Bühne zu stehen, habe sich jetzt ergeben. Deshalb habe er das Engagement in Norddeutschland angenommen. Das Leo Theater, das er gegründet hat, sei aber eine Herzensangelegenheit, die Arbeit in Bremen ein Job, macht Hamer deutlich.

Neues Stück von Frank Pinkus

Weiter als künstlerischer Leiter des Leo Theaters zu arbeiten, das könne er gut mit seinem Gastspiel vereinbaren, wie Hamer jetzt bei den Vorbereitungen für das Theaterstück in der Klutertstadt festgestellt habe. Die Technik macht es möglich. Per Handy-Programm sei er von Bremen aus bei einigen Proben zugeschaltet, mit Bild und Ton. „Erstaunlich, was er alles mitbekommt“, sagt der Ennepetaler Frank Passmann scherzhaft, der in der launigen Familienkomödie mit von der Partie ist.

Eine der Hauptrollen spielt Marc Neumeister, der bei „Alles hat seine Zeit“ auch einen Rollenwechsel erfahren hat: vom Schauspieler zum stellvertretenden künstlerischen Leiter, zum verlängerten Arm Hamers und zu jemanden, der vor Ort die Verantwortung übernimmt, auch hinter der Bühne.

Auf der Bühne in Ennepetal wird es auch zwei Neuzugänge geben: Juliette Maiworm und Frank Hebenstreit. Auch das mache das Leo Theater aus, betont Hamer, eine Mischung aus frischen Gesichtern und alten Hasen. Trotz seines Gastspiels in Bremen wird Hamer auch in der kommenden Spielzeit zu sehen sein. Auch am Freitag ist er dabei und verkörpert Nick, einen sympathischen Verlierertypen, der sich mit mitunter peinlichen Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Bei den folgenden Terminen übernimmt Marc Neumeister seine Rolle auf der Bühne. Für Hermann Luce ist es mit „Alles hat seine Zeit“ der erste Auftritt als neuer Geschäftsführer des Theaters. Der Vorsitzende des Leo-Freundeskreises hat zum 1. Juni die Aufgaben von Christiane Breucker übernommen (wie berichtet). Im künstlerischen Bereich, will er sich zurückhalten. Sein Schwerpunkt liegt im Geschäftlichen.

Gastspiel in Bremen

Zur Planung des Ensembles gehöre es auch, „im Haus Ennepetal zu bleiben“, betont Thorsten Hamer, der ebenso wie seine Kollegen immer wieder mit der Frage konfrontiert wird, was mit der Spielstätte passiert. Grund dafür sind Diskussionen über die Zukunft des Hauses und ob es eventuell abgerissen wird. „Das hat Zuschauer gekostet“, sagt Hamer. „Die nächste Saison hier in Ennepetal ist geplant“, mit mehreren Premieren und einer Uraufführung. Mehr will das Theater noch nicht verraten, sondern sich erst einmal auf die aktuelle Produktion konzentrieren. Das Stück ist bisher erst in Bremen aufgeführt worden, Ennepetal ist der zweite Ort, in dem Pinkus Geschichte aufgeführt wird. „Es ist eine herzerfrischende Komödie mit Problemen, die jeder kennt“, erklärt Thorsten Hamer. Im Mittelpunkt steht der geschiedene Jens, der mit seiner 21 Jahre alten Tochter Lena zusammenlebt, die zudem einen Freund hat, was dem Vater überhaupt nicht gefällt. Es sei eine Geschichte aus dem Alltag, in der sich jeder irgendwie wiedererkennt, sagt Hamer. Außerdem ist sie wieder einmal von Frank Pinkus. Die aktuell erfolgreichste Produktion „Meine fünf Frauen“ stammt auch aus seiner Feder.