Richtfest für ein Leuchtturmprojekt

Auch wenn noch eine Wand der neuen Sporthalle fehlt: Gestern beim Richtfest konnten die Gäste schon einmal die riesigen Dimensionen auf sich wirken lassen. Bauherr Ralf Stoffels (rechts) und Schwelms Bürgermeister Jochen Stobbe (links) begrüßten die Gäste zum Richtfest an der Milsper Straße.
Auch wenn noch eine Wand der neuen Sporthalle fehlt: Gestern beim Richtfest konnten die Gäste schon einmal die riesigen Dimensionen auf sich wirken lassen. Bauherr Ralf Stoffels (rechts) und Schwelms Bürgermeister Jochen Stobbe (links) begrüßten die Gäste zum Richtfest an der Milsper Straße.
Foto: WP

Schwelm..  Die Dreifeldsporthalle von Investor Ralf Stoffels ist noch gar nicht fertig, trotzdem war gestern schon kein Parkplatz mehr am Neubau zu bekommen. Alles, was Rang und Namen hatte, war am Freitagmittag auf der Baustelle an der Milsper Straße versammelt, um Richtfest für ein Leuchtturmprojekt, so der Bauherr, zu feiern.

Feier mit 140 Gästen

„Herzlich willkommen zum ersten Spatenstich“, scherzte ein gut gelaunter Ralf Stoffels in seinem Grußwort. In launigen Worten skizzierte er noch einmal den holprigen Werdegang im Zuge der Genehmigungsphase durch Politik und Behörden bis zum wirklichen ersten Spatenstich. „Ein Projekt in dieser Dimension ist nicht ganz einfach. Erstens gab es kein anderes geeignetes Grundstück in dieser Größe in Schwelm, und zweitens haben wir mit einem Projekt dieser Größenordnung alle Neuland mit entsprechenden Risiken betreten.“

Eben wegen des holprigen Starts hatte er damals bewusst auf einen Spatenstich verzichtet und angekündigt, dafür ein großes Richtfest feiern zu wollen. 140 geladene Gäste – Handwerker der rund 40 beteiligten Betriebe, Politik und Verwaltung – waren gekommen, um sich selbst ein Bild vom Stand des Projekt machen zu können. Viele waren überwältig in Anbetracht der schieren Größe der Halle. Insgesamt acht Leimholzbinder, jeder 8,5 Tonnen schwer, 41 Meter lang und in der Mitte 2,60 Meter hoch, tragen das gewaltige Hallendach. Auf etwa 2000 qm Parkettboden passen drei quer angeordnete Spielfelder, die mit Vorhängen abgetrennt werden können. Es ist Platz für 1500 Zuschauer, die Sitzränge können bei Bedarf ausgefahren werden. Für die richtige Temperierung sorgt eine Hybridheizung – die Grundlast erbringt eine Wärmepumpe, die Spitzenlast deckt eine Gastherme ab. Insgesamt 13 Bohrungen, je 100 Meter tief, waren für die Nutzung der Erdwärme nötig. „Wir wollen in diesem Jahr noch fertig werden“, nannte Architekt Lars Wehnau auf Nachfrage unserer Zeitung einen Fertigstellungstermin für die Dreifeldsporthalle.

Bauherr Ralf Stoffels nutzte das Richtfest aber auch, um allen Beteiligten Dank zu sagen. „Mir war es besonders wichtig, dass heimische Handwerker aus der Region bevorzugt zum Einsatz kommen, damit die wirtschaftliche Leistung auch in der Region bleibt“, so Stoffels. Sein Dank galt besonders Landrat Dr. Arnim Brux, stellvertretend für den Kreis, der alles Mögliche getan habe, die wasserrechtlichen Probleme hier im Außenbereich auf der Stadtgrenze zu Ennepetal aus dem Wege zu räumen.

Die Halle hat für Ralf Stoffels aber auch eine Strahlkraft über die Stadtgrenzen von Schwelm hinaus. Sowohl Ennepetal als auch Gevelsberg seien an einer Nutzung interessiert. Generalmieter ist aber die Stadt Schwelm, in Absprache mit dem Stadtsportverband, der die Belegung durch die heimischen Vereine regeln wird. Stoffels legte noch einmal die Beweggründe dar, warum er diesen Hallenbau angegangen ist. „Ich mache das für Schwelm, die Schwelmer Bürger, Kinder und Jugendlichen, denn Kinder sind unsere Zukunft und mit Sport kann man Kinder von der Straße holen und in die Gesellschaft integrieren.“ Für den Bauherrn ist die Halle aber auch ein sichtbares Zeichen, dass man große Projekte stemmen könne, „wenn alle an einem Strang ziehen.“

„Ja, es hat sich gelohnt“, stellte Bürgermeister Jochen Stobbe fest und gestand ein, dass ein wenig Kritik seitens der Bauherrn angebracht gewesen sei. Nun seien allerdings alle Mühen vergessen, der Blick sollte von allen Beteiligten nach vorne gerichtet werden.