RGE-Schüler proben Ernst
08.02.2012 | 19:42 Uhr 2012-02-08T19:42:00+0100
Ennepetal.Konferieren. Agieren. Delegieren: Wer Unternehmer sein will, hat viel zu bedenken. Das stellen gerade auch 14 Schülerinnen und Schüler des Reichenbach-Gymnasiums fest. Sie haben sich erfolgreich um Aufnahme in das Projekt „Junior – Schüler erleben Wirtschaft“ beworben. Ihre Geschäftsidee: „Wir werbEN – lokale Unternehmen profitieren.“
„In der zwölften Klasse schon Unternehmer zu sein, ist eine tolle Erfahrung.“ Diese Feststellung traf Fabian Nowotsch in der ersten Hauptversammlung der ehrgeizigen Firma, die ihre wichtigste Aufgabe schon erfüllt hat: Um wirtschaften zu können, bedarf es an Kapital – und dafür musste „werbEN“ erst einmal „Aktionäre“ finden. Das ist gelungen, „wir haben alle Anteilsscheine verkauft“, betonte der junge Vorstandsvorsitzende und hieß eine ganze Reihe derer, die „seine“ Firma durch den Kauf eines solchen Scheins unterstützt haben, in der Versammlung willkommen. „Ich hätte nicht mit so vielen von Ihnen gerechnet.“
Und Nowotsch nutzte die Gelegenheit, noch einmal das Team vorzustellen und die für die Geschäftsidee zu werben: „Wir wollen lokalen Unternehmen eine attraktive Plattform bieten, sich in einer Broschüre in Wort und Bild vorzustellen und sowohl über das Angebot als auch über Ausbildungsplätze zu informieren. „Was uns auszeichnet, sind niedrige Preise, hohe Qualität, persönliche Betreuung und die Nähe zum Kunden“, führte der Teamchef aus.
Potenzielle Inserenten für die Broschüre seien auch bereits gefunden, sagte Nowotsch, der aber auch die Gelegenheit nutzte, in diesem Punkt einen Schritt weiter zu kommen: Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen, selbst einer der „Anteilseigner“ von „werbEN“, gab dem Jungunternehmer so manchen Tipp, wie und wo er Kontakte zu möglichen Kunden knüpfen könne: Bei den Werbegemeinschaften der EN-Städte zum Beispiel oder durch Info-Stände auf einschlägigen Veranstaltungen wie Stadtteilfesten und dergleichen.
Es gibt also noch viel zu tun für die 14 Schülerinnen und Schüler, die da den „Ernst des Lebens“ proben. Und viel zu lernen, wie Hildegard Schäfer als Schulpate des Junior-Unternehmens feststellte. Das Projekt biete die Gelegenheit, die Teamfähigkeit zu trainieren und den Umgang mit Zeitdruck. Die Schüler müssten sich hier selber um Inhalte kümmern, schauen, „wo krieg’ ich Arbeit her?“
Und sie würden lernen, dass Kritik an Ideen nicht gleich Kritik an der eigenen Person sei. Dazu hätten sie sich vorgenommen, mindestens 30 Prozent Gewinn zu erzielen. „Bei guter Kalkulation ist das machbar“, sagte die Lehrerin für Mathematik und Sozialwissenschaften.
Ein Stück seien sie schon auf dem richtigen Weg.
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