Reger Handel mit Kinderzimmer-Schätzen

Ennepetal..  Raffiniert verhandelnde Kinder saßen am Samstag beim Deckenflohmarkt, den die Stadtbücherei organisiert hatte, vor vielen Kinderzimmer-Schätzen. „Schon vor 10 Uhr waren junge Trödler hier. Es läuft gut. Wenn man bedenkt, dass etliche Trödelmärkte in letzter Zeit in der Umgebung stattgefunden hatten, sind wir mehr als zufrieden, dass 30 Decken mit rund 70 Anbietern belegt sind,“ freute sich Bücherei-Leiterin Eva Renner mit ihrem Team über das Gewusel.

Taschengeld aufpoliert

Kinder und Jugendliche waren eingeladen, alles, was das Kinderzimmer aus den Nähten platzen lässt, anzubieten, um das Taschengeld aufzupolieren.

Zahlreiche Mädchen und Jungen waren mit von der Partie, die auch im vergangenen Jahr schon teilgenommen hatten wie Reichenbach-Schülerin Nele (10), die mit Großtante Ulla gekommen war und viele Baby-Born- und Barbie-Sachen verscherbeln wollte, wofür sich Mia (4) interessierte. „Ich habe mein Taschengeld gespart, damit ich heute hier Anziehsachen für meine Puppe kaufen kann“, sagte Kindergartenkind Mia, die auch mit einem pink Prinzessinnen-Kleid für sich selbst liebäugelte. Neles Cousin Enko (11) präsentierte eine prächtige Ritterburg ohne „Bewohner“. „Die Ritter wollte gleich zu Anfang jemand haben. Weg sind sie also“, grinste Enko.

Heike Pattberg, ehemalige Bücherei-Mitarbeiterin, war auf der Suche nach Büchern, die sie ihrem einjährigen Enkel Maximilian vorlesen möchte.

Die Zwillinge Noah und Elisas (8) lockten mit einem großen Feuerwehrauto, Büchern mit Fußballgeschichten und Tennisschlägern. Die Leiterin der Kita St. Marien am Büttenberg, Andrea Grafe, war erfreut, am Stand von Luisa (12) und Freundin Maresa (11) neben Schlümpfen auch die beliebten Schleich-Figuren entdeckt zu haben. Sie lachte sich „halb schief“ über die niedlichen Erdmännchen, benötigte aber für den Kindergarten ein Eichhörnchen. 45 Bücher für die Kita hatte Andrea Grafe, die immer auf dem Deckenflohmarkt zu finden ist, ebenso erworben.

Dustin (13) bot sein Pharao-Spiel an. „Das ist gut“, meinte Andrea Grafe, „das habe ich schon mit meinen Kindern gespielt. Ist prima Kopftraining.“.

Renate Repik, ehemalige Kindergärtnerin, hatte sich mit Puzzle und Büchern eingedeckt, um, wenn die acht-, fünf- und dreijährigen Nichten und Neffen zu Besuch kommen, etwas im Haus zu haben, was für Kurzweil sorgt. Zum ersten Mal dabei waren Mattis (10) und Henri (8), die sich von Playmobil, Büchern, Spielzeugautos und auch einigen Kuscheltieren trennen wollten.

Josephin wollte einen rosa Puppenwagen abgeben. „Ich habe noch einen, das ist aber ein Doppelwagen. Wenn ich mal Zwillinge bekomme…“, unterrichtete die hellwache Siebenjährige einen Interessenten, wobei sie aber auch das Buch „Die Schnullerverschwörung“ verkaufen wollte.

Alle Hände voll zu tun

Lerncomputer, das Spiel „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, Barbie-Pferde, Gesellschaftsspiele, Bücher, Puppenbadewannen, Comics, Kinderschuhe, Puppenbekleidung, trällernde Kanarienvögel im Käfig: Das Angebot war riesig. Und so hatten Käufer und Verkäufer alle Hände voll zu tun.