Rastlos als Maler unterwegs

Ennepetal..  Die Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld in Milspe verwandelte sich am gestrigen Sonntag in eine farbenreiche Bilderwelt. Zahlreiche Gäste interessierten sich für den „Zyklus der West-Ost- und Nord-Süd-Passage und Phantastische-Reisen“ des Künstlers Horst Kötter, der von 1988 bis 2015 „als Maler unterwegs“ war.

Sparkassenchef Bodo Bongen begrüßte die Kunstinteressierten, unter ihnen Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen und Ehefrau Ilona sowie Breckerfelds Bürgermeister Klaus Baumann mit Gattin Margot. Bodo Bongen vergaß nicht, den anwesenden Müttern zu gratulieren, „da ja heute Muttertag ist.“ Die Ausstellung Kötters sei ein weiterer kultureller Höhepunkt im Veranstaltungsreigen, so Bongen. „Wenn einer eine Reise tut…“, griff er das Motto „als Maler unterwegs“ auf und ergänzte: „...dann hat er was zu malen“.

Über Stadtgrenze hinaus bekannt

Wilhelm Wiggenhagen hieß die Besucher im Namen der Stadt willkommen. Früher, am Reichenbach-Gymnasium, wo Horst Kötter als Direktor auch unterrichtete, habe man ihn als Künstler nicht wahrgenommen. Das sei heute anders. Kötter sei über Ennepetals Grenzen hinaus bekannt und geschätzt. Auch Johannes Dennda (Leiter Öffentlichkeitsarbeit bei der Sparkasse), selbst Kunstschaffender, sprach Grußworte. „Erleben Sie magische Orte, betrachtet durch die Fenster des Sehens und Erlebens“. Und dann der heimische Autor Uwe Schumacher, der eine faszinierende Einführung gab. Er erzählte, dass er mit 16 Jahren mit dem CVJM Rüggeberg in die nördlichsten Gefilde Europas, an den Polarkreis, gereist sei. „Das war lange, bevor unser Künstler Horst Kötter sich 1988 zum ersten Mal auf die Reise begab, um in Europa, Amerika und Asien „als Maler unterwegs“ zu sein.

Doch was Uwe Schumacher als unreifer Jugendlicher fürchterlich störend empfand, nämlich das grelle und unaufhörlich ewige Licht der nie untergehen wollenden Mitternachtssonne, habe gut 25 Jahre später dem zu diesem Zeitpunkt weitaus reiferen „jungen Maler“ Horst Kötter, dessen künstlerischer Werdegang erst im zarten Alter von 58 Jahren mit seiner Pensionierung begann, zum Begreifen und Verinnerlichen eines Grunderlebnisses des Malens verholfen, nämlich der Darstellung des Vorgangs, wie sich in einem fantastischen Licht Himmel und Erde miteinander verbinden. „Seitdem ist Horst Kötter über all die vielen Jahre lang bis heute, nur mit kurzen Heimatunterbrechungen, beinahe ständig und geradezu rastlos als Maler rund um die Erde unterwegs, immer auf der Suche nach solch magischen Orten wie die besagte Welt der Mitternachtssonne“, so Uwe Schumacher. Kötter fuhr nach Delphi, Andalusien, Portugal, Sizilien oder Italien und immer wieder nach Florenz und in die Toskana. Er besuchte den Südwesten der USA, bereiste die bizarren, leuchtenden Felsformationen des Canyon Landes, fuhr nach China und Thailand. „Das Ergebnis waren und sind etliche Hunderte von Exponaten, die allesamt unter seinen hinter die Kulissen bloßer Landschaften blickenden Eindrücken entstanden sind und von denen nur ein Bruchteil ihren Weg in diese Ausstellung finden konnte.“

Horst Kötter, der 55 Werke ausstellt, bedankte sich bei der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld, die die Möglichkeit zur Präsentation geschaffen habe. Alle Bilder gewähren zugleich Ausblicke und Einblicke. Man sieht wie durch Fenster hinaus in die Welt, gewinnt aber auch Einblicke in die Gefühle und Gedanken des Malers.

Bestimmte Themen sind es, die immer wieder anklingen, beispielsweise die elementare Schönheit der Welt im Zusammenspiel der Elemente, die Berührung von Himmel und Erde, die Abwesenheit des Abwesenden in der Gegenwart der Wirklichkeit. Die professionellen Werke Kötters fanden große Beachtung bei den zahlreichen Besuchern und Kunstinteressierten.

Erlös fürs Orgelprojekt

Musikalische Untermalung gaben Detlef Wiedenhaupt und Jasmin Brieda, die großen Applaus erhielten.

Kötters Bilder können käuflich erworben werden. „Ich freue mich darüber, wenn diese den Menschen gefallen“, schmunzelte der Künstler. Der Erlös des Werkes „Blick auf die Stadt der Tempel“ (1.200 Euro) kommt dem Orgelprojekt des Fördervereins der Dresdner Philharmonie, dessen Mitglied Kötter ist, zugute.

„Nicht nur dem Geist, auch den Körper wollen wir nun Gutes zuführen“, lud Bodo Bongen nach dem offiziellen Teil die Besucher zu Sekt, Orangensaft sowie süßen und herzhaften Häppchen, zubereitet vom Café Kartenberg, ein.