Radler wünschen sich Bahntrasse

In Schwelm gibt es eine ganze Menge Hinweisschilder, an denen sich Radfahrer orientieren können. Ein kompletter Lückenschluss des Radweges zwischen Gevelsberg und der Wuppertaler Nordbahntrasse ist aber so bald nicht in Sicht.
In Schwelm gibt es eine ganze Menge Hinweisschilder, an denen sich Radfahrer orientieren können. Ein kompletter Lückenschluss des Radweges zwischen Gevelsberg und der Wuppertaler Nordbahntrasse ist aber so bald nicht in Sicht.
Foto: WP

Schwelm..  Die Kreisstadt ist nicht gerade ein Dorado für Radfahrfreunde. Doch wer die flächenmäßig kleinste Gemeinde in Nordrhein-Westfalen mit dem Drahtesel erkunden möchte, findet nicht nur verschiedene, auf Radfahrer zielende Hinweisschilder im Stadtgebiet, sondern auch den ein oder anderen Radweg. Doch mit der zunehmenden Bedeutung von Pedelecs stellen sich ganz neue Herausforderungen an die Stadtplaner, denen sich auch die Radwegekommission annehmen muss.

Radwegekommission

Seit 1992 gibt es in der Kreisstadt die Radwegekommission. Sie setzt sich aus Vertretern der politischen Fraktionen, der Verwaltung, der Technischen Betriebe Schwelm (TBS), der Polizei sowie fahrradrelevanten Gruppen (z.B. Kinderschutzbund, Gymnasium, ADFC- + VCD-EN-Kreis) zusammen. Die Blütezeit der Radwegekommission war in der 1990er Jahren, ihre Arbeitsergebnisse flossen in das Radwegekonzept der Stadt Schwelm ein. Eines der Ziele war damals, für die Rad fahrenden Schüler des Märkischen Gymnasiums den Schulweg sicherer zu machen und das Radwegenetz in Ost-West-Richtung (von Ennepetal nach Wuppertal) auszubauen. Viele Forderungen konnten erfüllt werden, neue Aufgaben sind hinzugekommen. Das sieht auch der Rat der Stadt Schwelm so, der in seiner Sitzung am 27. November 2014 die erneute Bildung einer kommunalpolitischen Radwegekommission beschlossen hat. Die konstituierende Sitzung dieses Gremiums steht allerdings noch aus.

Zwei zentrale Themen bestimmen aus Sicht der Stadtplanung auch das künftige Wirken der Radwegekommission: Die Anbindung des Radwegs von Gevelsberg-West über das Stadtgebiet von Schwelm an die Nordbahntrasse in Wuppertal und die zunehmende Verbreitung von Pedelecs, die auch den Schwelmer Ausfall-Steigungsstraßen (Hattinger Straße/ Linderhauser Straße, Haßlinghauser Straße, Winterberger Straße und Frankfurter Straße) ihren Schrecken nehmen. Aus dem Sattel eines E-Bikes ergeben sich eben ganz neue Blickwinkel.

Alte Bahntrasse

Wunschziel aller Radfahrer ist es, die alte Bahntrasse zwischen Gevelsberg und Wuppertal für Zweiradfahrer wieder nutzbar zu machen. Im Einzugsbereich des neuen Bebauungsplans Bahnhof Loh, hat man an die Radfahrer gedacht. Geplant ist, ausgehend von der Haßlinghauser Straße, ein Rad-/Fußweg, der über die Robert-Frese-Straße, längs der ehemaligen Bahn-Gärten bis zur Herdstraße geführt wird.

Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat den Lückenschluss des Radwegs in Schwelm bei der Planung des regionalen Radwegekonzepts im Blick. Im Nordkreis ist man allerdings schon weiter als im Südkreis. In den nächsten zwei Jahren soll der Radweg von Wetter-Wengern bis zum Bahnhof Gevelsberg-West ausgebaut werden. Die ehemalige Güterbahnstrecke (5 km), die über Linderhausen und einen Tunnel bei Schrott-Eckhardt an der Haßlinghauser Straße endet, ist seit rund fünf Jahren nicht mehr in Betrieb. Damals gab es eine Begehung mit der Bahn, da sei der 700 m lange Tunnel in Ordnung gewesen, ist zu erfahren.

Also eine ideale Streckenführung für einen Radweg. Doch dass auf diesem alten Gleisbett auch einmal Radler fahren werden, ist heute noch nicht absehbar. „Ein politischer Beschluss sei schon hilfreich“, ist aus dem Rathaus zu erfahren. Ein weiteres Problem sei auch, dass vor Jahren die alte Bahnbrücke über die Autobahn 1 abgerissen worden ist, ein Neubau zwar wünschenswert, aber nicht wahrscheinlich sei. Deshalb sollen die Radler in westlicher Richtung über den bestehenden Radweg längs der B 7 in Richtung Wuppertal geleitet und in Höhe der A 1 in nördlicher Richtung zum Einstieg in die Nordbahntrasse geführt werden.