Pumptrack-Rückbau weniger kostspielig

Mit 100 Tonnen Schotter haben die Technischen Betriebe Schwelm die Waldwege am Loh nach Abschluss der Durchforstung befestigt.
Mit 100 Tonnen Schotter haben die Technischen Betriebe Schwelm die Waldwege am Loh nach Abschluss der Durchforstung befestigt.
Foto: Bernd Richter

Schwelm..  Eine gute Nachricht hatte TBS-Chef Markus Flocke den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung (AUS) mitgebracht: Der Rückbau der illegalen Pumptrack-Strecke im Wald am Oberloh kommt die Stadt nicht so teuer wie befürchtet. Statt mehrere Tausend Setzlinge in den Waldboden pflanzen zu müssen, sind nur 150 bis 200 Setzlinge erforderlich.

Illegaler Pumptrack am Loh

Das ist ein Ergebnis des Ortstermins, den die Technischen Betriebe Schwelm in der letzten Maiwoche mit Vertretern des Fortamts Gelsenkirchen hatten. Die Waldfachleute haben quasi vor lauter Bäumen den Wald nicht gesehen. Auf dem Areal hätten sie einen Blick nach oben geworfen und wegen des dichten Laubkleids den Himmel kaum noch wahrnehmen können, berichtete Flocke. „Es macht einfach keinen Sinn. Wenn die Setzlinge kein Licht haben, kommt keine Pflanze hoch. Der Aufwand für den Rückbau wird bedeutend geringer sein als angenommen“, so der TBS-Geschäftsführer zur Politik.

Wie berichtet, hatten Unbekannte direkt neben der genehmigten Mountainbike-Strecke am Oberloh den illegale Pump-Track mit viel Aufwand aus dem Boden gestampft. Da die Verursacher nicht feststellbar waren, muss die Stadt die Kosten für die Neubepflanzung des Areals übernehmen.

Flocke nutzte gleich noch einmal das Podium, um für die waldpflegerischen Maßnahmen im Bereich Loh zu werben. Anwohner hatten sich über die tiefen Fahrrinnen dort beschwert. Durchforstungen würden in Zehn-Jahres-Plänen festgelegt. „Die Maßnahme wäre nirgendwo zum Thema geworden, wenn sie nicht so nah an einer Bebauungs stattgefunden hätte. Wir richten die Wege gerade wieder her.“ Die Technischen Betriebe haben rund 100 Tonnen Schotter in das Waldstück eingebracht, um die beiden Hauptwege für die nächsten 30 bis 40 Jahre herzurichten, so Flocke

Gleichzeitig betonte der TBS-Vertreter noch einmal, dass die Maßnahmen zur Durchforstung des Waldes und zur Beseitigung der Schäden der Pumptrack-Strecke zweierlei Dinge seien, die nichts miteinander zu tun hätten und deshalb nicht durcheinander geworfen werden dürften.

Ausbau Kantstraße

Weniger erfreut dürften die Bürger der Kantstraße über eine weitere Mitteilung aus den Reihen der Verwaltung gewesen sein. Fachbereichsleiter Winfried Guthier lieferte einen Sachstandsbericht zum Thema Baumaßnahme Kantstraße. Die Baumaßnahme konnte bereits im März abgeschlossen werden, beim Vollausbau wurden die beiden Gehwege und die Fahrbahnfläche erneuert. Im Zuge der Baumaßnahme sollten auch die oberen Teile der Kanalschächte erneuert werden. Bei der Umsetzung wurde festgestellt, dass die gemauerten Schachtunterteile auch schon brüchig sind. Zudem sind die alten Betonrohre einer Kanalhaltung bei dem Erneuerungsversucht eingebrochen. In der Folge musste die gesamte Kanalhaltung erneuert werden. Insgesamt wurden Sanierungsarbeiten an den Entwässerungsanlagen (Kanalleitungen und -schächte) mit einem Auftragsvolumen von ca. 70 000 Euro notwendig, was u.a. zu einer Bauzeitverlängerung geführt hatte.

Die Baumaßnahme ist noch nicht endgültig abgerechnet. Nach der aktuellen Übersicht werden die veranschlagten Baukosten jedoch nicht überschritten“, sagt die Verwaltung. Eine anteilige Refinanzierung über die KAG-Beiträge ist für 2016 vorgesehen. Dann werden die Anlieger Post vom Rathaus in ihren Briefkästen vorfinden. Der Inhalt: Rechnungen, mit denen sie am Straßenausbau beteiligt werden. „Wird die Umlage für die Bewohner höher“, wollte Hans-Otto Lusebrink (CDU) wissen und meinte damit deren in die Planung eingearbeiteten Wünsche. Die Antwort von Winfried Guthier: „Wenn es teurer wird, müssen die Anwohner auch mehr zahlen.“